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Zeitumstellung – wo sparen wir am besten die fehlende Stunde?

Eine Stunde kann sehr wertvoll sein. Gerade am Wochenende, wenn es in der Regel um Familie, Erholung oder Sport geht. Doch am kommenden Sonntag könnte es eng werden: Die Uhren werden um 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Deshalb hat der 29. März nur 23 Stunden. Klar, man kann einfach 60 Minuten weniger schlafen. Doch das könnte sich rächen: Übernächtige Menschen können reizbarer und unkonzentrierter sein. Die Alternative ist, die fehlende Stunde tagsüber einzusparen.

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1.

An wenigsten ins Gewicht fallen dürfte eine Stunde Abzug bei Internet und Fernsehen. Schließlich verbringt der durchschnittliche Deutsche zwischen 14 und 49 rund 200 Minuten vor dem Fernseher und surft 135 Minuten im Netz. Das ergab eine Studie von SevenOne Media im Jahr 2014. Surft und glotzt man nicht gerade gleichzeitig, sind das insgesamt knapp sechs Stunden.

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2.

Ganz Clevere schlagen die Zeitumstellung mit ihren eigenen Waffen. Sie steigen am Sonntag in einen Flieger und fliegen nach Westen. In der nächsten Zeitzone, zum Beispiel in Großbritannien, gehen die Uhren eine Stunde nach. Den kleinen Zeiger müsste man also nicht anrühren und könnte weiter bei der sogenannten normalen Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) - die im Volksmund einfach Winterzeit heißt - bleiben. Schafft man es bis nach Island, ist sogar eine Stunde mehr drin. Denn die Iren verzichten ganz auf die Sommerzeit.

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3.

Einfacher ist es, die Zeitumstellung einfach zu ignorieren. So wie Renate Stahn aus Berlin. Sie betreibt eine Zoohandlung und pfeift auf die Sommerzeit. Vor ihrem Laden hängt ein Schild: «Ich boykottiere diese Zeitumstellung und mache sie nicht mit». Darunter steht kleiner gedruckt der Hinweis: «Bitte beachten Sie das bei meinen Öffnungszeiten.» Die 67-Jährige hält die Zeitumstellung für Unsinn und bezweifelt, dass sich damit Energie sparen lässt. Das war bei der Einführung der Sommerzeit 1980 das Hauptargument. Es ist bis heute umstritten.

4.

Beim Essen soll man bekanntlich ja nicht sparen - auch nicht bei der Zeit fürs Essen. Vielleicht darf es aber ausnahmsweise kalte Platte statt einer warmen Mahlzeit sein. Mit Essiggürkchen, feinem Käse und krossem Brot. Durch den Koch-Verzicht könnte man wichtige Minuten sparen, die man sonst am Herd verbrächte. Schließlich braucht man selbst fürs Nudelnkochen etwa 20 Minuten.

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5.

Professionelle Zeitberater kommen noch auf ganz andere Ideen. Beispielsweise, wenn es um das Thema Telefonieren geht: «Häufiger Zeitfresser ist, wenn wir mit Leuten telefonieren, die vom Hundertsten ins Tausendste kommen», sagt Cordula Nussbaum, die als Zeitmanagement-Coach arbeitet. «Telefonieren Sie im Stehen». Das verleihe der eigenen Sprache eine Prägnanz, die sich auf den Gesprächspartner übertrage. Bei ganz hartnäckigen Quasselstrippen könne man im Extremfall auch einfach auflegen. Allerdings während man selbst spreche: «Man gaukelt vor, dass die Leitung weg bricht».

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6.

Zeitsparen ließe sich auch an langen, aber unnötigen Entscheidungsprozessen, meint Nussbaum. «Da ist die allerbeste Hilfe, eine Münze zu werfen.» Damit habe man sich ruckzuck entschieden. Wichtig dabei: Es geht nicht darum, wie die Münze fällt. Sondern wie sich das Ergebnis anfühlt. «Dann weiß ich ganz genau, was mein Unterbewusstsein will.»

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7.

Im Haushalt lässt sich natürlich immer Zeit einsparen. Man kann den Putzlappen Lappen sein lassen und die Staubmäuse unter dem Bett als Mitbewohner akzeptieren. Genauso gut kann man aber als Paar auch zusammenarbeiten. Dann spart zumindest einer Zeit. Weibliche Berufstätige verbringen einer Studie zufolge 1,5 Stunden mehr mit Kochlöffel, Staubsauger oder Bügeleisen als ein Mann mit Job. Packen diese zwei Durchschnittsbürger gemeinsam an, ist die Dame des Hauses 45 Minuten schneller fertig.

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8.

Außerdem ist ja Sonntag. Vermutlich trifft man dann weder den Traumpartner noch den Chef. Eine gute Möglichkeit, sich das Rasieren und Schminken einfach mal zu sparen. Das spart mindestens einige Minuten, in Einzelfällen sogar mehr als eine Stunde.

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9.

Es geht natürlich auch anders. Bleibt wegen der fehlenden Stunde etwas liegen, kann man es konsequent auch ein halbes Jahr liegen lassen. Und das Verpasste am 25. Oktober 2015 nachholen. Denn dieser Tag hat dann mit 25 Stunden 60 Minuten mehr - wenn die Sommerzeit endet.