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Lahr: Polizei warnt vor Betrugsmasche

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Mit einer neuen Betrugsmasche versuchten Trickbetrüger eine 63-jährige Frau in Lahr um ihr Erspartes zu bringen. Als das Telefon klingelte, zeigte es die „110“ auf dem Display an. Es meldete sich ein Mann, der sich als Kriminalbeamter ausgab und die Geschädigte damit konfrontierte, dass bei ihr eingebrochen werden solle. Weiter sagte er, dass er diese Information durch das Abhören von Telefonen einer Einbrecherbande erfahren habe und sie nun warnen will. Als der angebliche Kriminalbeamte von der Geschädigten persönliche Daten verlangte, kamen der 63-Jährigen Zweifel. Auch der Hinweis des Anrufers, dass sie die „110“ doch kennen würde und es sich wirklich um die Polizei handle, konnte die Geschädigte nicht davon abhalten, das Gespräch mit dem Hinweis, die Polizei in Lahr direkt zu kontaktieren, zu beenden.
Recherchen der „echten“ Kriminalpolizei ergaben, dass es sich hierbei um eine bundesweite Betrugsmasche handelt. Die Täter warnen vor Einbrüchen im Haus der Geschädigten oder in der Nachbarschaft. Nach kurzer Einleitung fragen die allseits als „höflich“ beschriebenen Täter persönliche Daten ab. Man helfe auch bei der Sicherung von Wertgegenständen und biete im vorliegenden Ausnahmefall sogar Polizeischutz an. Das Ziel der Täter ist die persönliche Kontaktaufnahme in der Wohnung der Geschädigten, die nach Vorzeigen ihrer Wertgegenstände vermutlich das ein oder andere vermissen dürften.
Dem Polizeipräsidium Offenburg wurden drei weitere Fälle gleichen Musters gemeldet. Zu einer persönlichen Kontaktaufnahme war es in keinem der Fälle gekommen.
Nach derzeitigen Ermittlungen ergeben sich Hinweise auf Call-Center im europäischen Ausland, die bundesweit mit immer neuen Varianten für Verunsicherung bei den Angerufenen sorgen.
Doch wie kommen die Täter an die „110“? Der Fachbegriff lautet ‚ID-Spoofing‘. Die sichtbare Rufnummer wird technisch derart verändert, dass der Anschein eines berechtigten Anrufers oder einer bekannten Institution vorgetäuscht wird. Die Notrufnummer der Polizei wird nie sichtbar bei Anrufen übertragen. Die Polizei rät, keine derartigen Telefonate anzunehmen bzw. sofort wieder aufzulegen. Betrüger nutzen häufig das Telefon, um ihre kriminellen Machenschaften, insbesondere im Umfeld von älteren Menschen, anzubahnen.

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Potentielle Geschädigte werden gebeten, sich an die Kriminalpolizeidirektion Offenburg, Tel. 0781/ 21-2810 zu wenden.