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Städte in Baden-Württemberg gehen gegen Schottergärten vor

Viele Städte im Südwesten gehen gegen die unökologische Nutzung von Gartenflächen vor

Wer nicht hören will, muss fühlen - so geht es jedenfalls so manchen Schottergartenbesitzern im Land. Denn wer trotz des längst geltenden Verbots unverdrossen solche Geröllwüsten anlegt und dabei erwischt wird, muss rückbauen. Die Stadt Karlsruhe hat beispielsweise im Karlsruher Stadtteil Stupferich 30 bis 40 Haushalte aufgefordert, ihre insektenfeindlichen Gartenstücke zurückbauen. Auch in Freiburg soll die Initiative umgesetzt werden.

Nach Worten einer Karlsruher Stadtsprecherin ist im Rathaus inzwischen eine Stelle geschaffen worden, die sich um Schottergärten und die rechtswidrige Versiegelung von Grundstücken in der Stadt kümmere. Die Stadt Stuttgart geht nach Worten eines Sprechers gegen 30 Schottergärten vor. Auch in Pforzheim, Mannheim, Heilbronn und andere Städte in Baden-Württemberg haben die Schottergärten ins Visier genommen.

Bestandsschutz für bestehende Schottergärten - aber wie lange noch?

Wie viele Schotterwüsten es im Südwesten gibt, ist nach früheren Angaben des Landesnaturschutzverbandes unklar. Seit Juli 2020 sind solche unwirtlichen Flächen verboten. Die davor entstandenen "Gärten des Grauens" haben meist Bestandsschutz. Stuttgart allerdings will nach Worten des Stadtsprechers gerade mit dem zuständigen Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen klären, ob auf Basis neuerer Rechtssprechung nicht doch ein Rückbau für alle seit 1. Januar 1996 angelegten Schottergärten verlangt werden kann. Bisher war das Ministerium anderer Ansicht gewesen.

Förderprogramme, mit denen manche Kommunen Grundstücksbesitzer ermuntern wollen, diese Gärten freiwillig zurückzubauen, wurden in der Vergangenheit kaum angenommen.

(br/dpa)