Junikäfer, Insekt, © Pixabay (Symbolbild)

Insektenforscher aus Baden-Württemberg warnen vor dramatischem Insektensterben

Forschungsstation Randecker Maar führt eine neue Langzeitstudie als Nachweis

Die Forschungsstation Randecker Maar auf der Schwäbischen Alb hat in einer Studie erwiesen, dass die Zahl der Insektenpopulation in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen ist. Forscher des Regierungspräsidiums Freiburg erfassen seit zwei Jahren das Insektenvorkommen für die Region.

Das Bienensterben war in den letzten Jahren in aller Munde. Doch das sind nicht die einzigen Insekten, die immer weniger werden. In einer Langzeitstudie über 50 Jahre haben Forscher der Forschungsstation Randecker Maar auf der Schwäbischen Alb herausgefunden, dass die Zahl der Insektenpopulation in den letzten Jahren massiv abgenommen hat. Vor allem bei den wandernden Insekten, wie zum Beispiel der Waffenfliege oder der Schlupfwespen gab es einen 97-prozentigen Rückgang.

Gründe für das Insektensterben sind unter anderem die Landwirtschaft, zunehmende Überdüngung und der Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln. Jährliche Zahlen zur Insektenpopulation, die spezifisch für jedes Bundesland gelten sollen, sind schwer zu ermitteln. Einer der Gründe hierfür ist, dass die Erfassung der Zahlen meist nur über Langzeitstudien erfolgen kann. Forscher des Regierungspräsidiums Freiburg sind seit ungefähr zwei Jahren daran, das Insektenvorkommen für die Region zu erfassen. Bisher gibt es aber noch keine genauen Ergebnisse.

In Südbaden gibt es diverse Vereine zum Schutz der Insekten, wie zum Beispiel den Badischen Landesverein für Naturkunde und Naturschutz (BLNN) und den Freiburger Entomologischen Arbeitskreis (FREAK). Diese Verbände möchten durch Exkursionen und Vorträge zum Thema Naturkunde, das Interesse und Bewusstsein zum Erhalt der Insektenarten schaffen.

(st/dk)