Freiburg: Der Handel muss sich stetig neu erfinden

 

Der Handelsverband Südbaden möchte am Freitag auf aktuelle Entwicklungen und Probleme der Geschäfte in der Region aufmerksam machen. Neben etwa den Auswirkungen der Straßenbahn-Baustelle in der Freiburger Innenstadt geht es dabei vor allem um die geplante bundesweite PKW-Maut und die Konkurrenz für die niedergelassenen Einzelhändler aus dem Internet.

 

Jedes fünfte in Deutschland verschickte Paket enthält inzwischen im Internet bestellte Kleidung, direkt danach kommen Bücher, DVDs und CDs. Doch auch immer mehr Kunden bestellen neuen Informationen der WELT zufolge auch ihre Möbel und Einrichtungsgegenstände im Netz – und das obwohl solche große Versandwaren viele Händler und ihre Transportpartner vor einen großen logistischen Aufwand stellen dürften. In Baden-Württemberg gibt es zudem im Bundesvergleich überdurchschnittlich viele Bestellungen von Computer- und Elektrozubehör. Nach Schätzungen des Handelsverbands Deutschlands soll die Onlinesparte noch in diesem Jahr ein Umsatzplus von 17 Prozent erreichen – und das obwohl auch im Netz ein starker Verdrängungsprozess der Anbieter untereinander stattfindet. Nur wenige können sich dort dauerhaft etablieren – diese machen aber den Löwenanteil am Markt aus.

 

Der Handelsverband stimmt angesichts dieser Entwicklungen mit der weitläufigen Meinung überein, dass sich die niedergelassenen Läden vor dem Hintergrund der immer noch wachsenden Online-Konkurrenz teilweise neu aufstellen müssen – oder zumindest potenzielle Kunden auf ihre Vorzüge und großen Stärken aufmerksam machen. So steht für die allermeisten Kunden beim Besuch in einem Geschäft entweder die professionelle Beratung oder so genannte spontane Kaufimpulse an erster Stelle: Wer als Händler sein Produkt erlebbar und mit verschiedenen Sinnen begreifbar und antestbar machen kann, punktet deutlich im Vergleich zu den eher sachlichen und rational gesteuerten Käufen im Netz. TV Südbaden hatte bereits im Frühjahr zusammen mit der Sparkasse Nördlicher-Breisgau solche Stimmen in der Video-Kampagne „Einkaufen Statt Klicken – Einkaufserlebnis Regio“ eingefangen.

 

Gleichzeitig nutzen immer mehr Geschäfte die Möglichkeit, einen Online-Shop als zweites Standbein zu etablieren. Indem sich Online- und Offlinekäufe nicht mehr gegenseitig ausschließen, sondern das Produktangebot auf beide Einkaufsmöglichkeiten ausgeweitet wird, hoffen viele durch den zusätzlichen Mehraufwand konstante Einnahmequellen zu sichern.

 

Aufgrund der Nähe zu Frankreich und der Schweiz fürchten gerade die Geschäfte und Unternehmen im Dreiländereck zudem, die Auswirkungen der geplanten PKW-Maut deutlicher zu spüren zu bekommen als anderswo in der Republik. Weil die Fahrt über die Grenze durch die vorgesehene Vignettenpflicht für ausländische Besucher unattraktiver wird, befürchten die Verbände einerseits weniger Spontankäufe. Gleichzeitig könnten gerade Käufe von mittelständischen Unternehmen der Nachbarländer künftig ausbleiben, weil sie durch die Maut künftig auf die Konkurrenz im eigenen Land setzen würden – so vereinfacht ausgedrückt die Befürchtung.

 

Wie sich in diese Debatten der Handelsverband Südbaden und die kleineren Geschäfte in der Region positionieren, das erfahren Sie am Abend bei Südbaden Aktuell!