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Christian Streich ist seit fünf Jahren Cheftrainer beim SC Freiburg

Kaum ein anderer Bundesliga-Trainer weiß mit seiner unkonventionellen Art so sehr zu überraschen, wie Christian Streich:

Am Donnerstag feiert Streich sein fünfjähriges Jubiläum als Cheftrainer beim SC Freiburg. Angefühlt haben sie sich für ihn nach eigener Aussage bereits wie zehn. Seitdem er Ende 2011 nach langer Bedenkzeit die Nachfolge des eher erfolglosen Marcus Sorg beim Sportclub übernahm, hat der 51-Jährige mit der Mannschaft wohl auch schon alle Höhen und Tiefen des Profifußballs hautnah miterlebt.

Große Erfolge - aber auch die Kehrseite kennengelernt

Trotz seiner tendenziellen Abneigung im öffentlichen Rampenlicht zu stehen, konnte er mit der Mannschaft schnell durchstarten und den Verein aus der damals sportlich angespannten Lage im Tabellenkeller befreien. 2013 führte er die Freiburger nicht nur in der Bundesliga zu lange nicht gesehenen Erfolgen, sondern auch in die UEFA Europa League. Und als der SC Freiburg 2015 dann doch in die zweite Liga abstieg, hielt der Vorstand wie selbstverständlich an Streich fest. Ein Vertrauen, das belohnt werden sollte: Der Mannschaft ist nicht nur eine Blitz-Rückkehr in die Bundesliga, sondern auch auf Anhieb der Zweitliga-Meistertitel geglückt.

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Nach mehreren Stationen als Fußballprofi war Streich früher vor allem als Jugendtrainer der A-Mannschaft und Co-Trainer der Profis beim Sportclub eine Nummer. Als Sohn eines Metzgers aus dem südbadischen Eimeldingen hatte er in seinen jungen Jahren auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachgeholt und anschließend Germanistik, Geschichte und Sport auf Lehramt studiert. Vielleicht scheut er sich auch vor diesem Hintergrund nicht, sich auch abseits des Sports regelmäßig zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu Wort zu melden. Ob Warnungen zum aufkeimenden Fremdenhass oder der kritischen Rolle von sozialen Netzwerken - Streichs Ansichten finden in Deutschland Gehör.

Am besten du machsch de Fernseher aus, schausch de Tabelle nit an, bringt ja alles nix. Spielsch! Übsch!

Zu seinem Kultstatus hat dabei auch der unverwechselbare alemannische Dialekt während der Pressekonferenzen beigetragen. Der inzwischen eingestellte Fernsehsender TV Südbaden hatte seine Statements zuerst als "Streich der Woche" ins Programm aufgenommen, später hatten mehrere andere Medien die oft humorvolle Videokolumne übernommen. Die Tatsache, dass Streich Fußball auch am Spielfeldrand mit Herz und Leidenschaft lebt, polarisiert er gleichzeitig auch. Bei Fans vieler anderen Mannschaften gilt er mitunter oft als "geladen" und besonders emotional.

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Regelmäßig musste er sich nach manchen Partien auch mit "Wutausbruch"-Vorwürfen herumschlagen. Für den bodenständigen Cheftrainer keine einfache Situation. Er vor Kurzem hatte er öffentlich angeprangert, wie die Fußballwelt mit seinem Leverkusener Kollegen Roger Schmidt nach einem angeblichen Ausraster umgegangen war. Streich forderte die Öffentlichkeit auf, klar Stellung gegen eine regelrechte Überwachung der Trainer zu beziehen. Gefühlsausbrüche sind seiner Ansicht nach nur ein Zeichen gelebter Authentizität, die den Fußball erst zu dem macht, was er ist.

Streich kann sich keine weiteren fünf Jahre vorstellen - aber das muss nichts heißen

Inzwischen ist Christian Streich der dienstälteste unter seinen aktuellen Bundesliga-Trainerkollegen. Daher kann er sich nach eigener Aussage nicht vorstellen, den Job auch noch nach fünf weiteren Jahren weiterzuführen. Allerdings räumt er ein, konnte er sich ursprünglich auch nicht vorstellen, überhaupt die Profis der Bundesligamannschaft zu trainieren. baden.fm gratuliert Christian Streich zum fünfjährigen Jubiläum und wünscht für die Zukunft weiterhin alles Gute!


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