14-Jähriger bedroht Mitschüler und wird später mit Axt aufgegriffen

Amokalarm an einer Schule im Freiburger Stadtteil Haslach:

Dort hat die Polizei einen 14-jährigen Schüler festgenommen, weil er seine Klassenkameraden bedroht haben soll. Die Beamten sind dabei von einer akuten Bedrohungslage ausgegangen und mit mehreren Streifen, Polizeihunden und Kripo-Mitarbeitern an die Schule und zum Zuhause des Jugendlichen ausgerückt.

Mit Axt an der Haltestelle

An einer Straßenbahnhaltestelle konnten die Einsatzkräfte den Teenager dann zur Mittagszeit sichten. Er hatte zu diesem Zeitpunkt eine Axt bei sich - ob er damit eine Gewalttat geplant hatte, ist momentan noch Gegenstand der weiteren Untersuchungen. Als der Schüler die Polizisten bemerkte, ist er offenbar vor ihnen davon gerannt. Nach einer kurzen Verfolgung konnten die Beamten ihn aber einholen und auf Höhe der Carl-Kistner-Straße festnehmen.

Was ist genau vorgefallen? (Laura Riske, Polizei Freiburg)

Wurde der Teenager in der Schule gemobbt?

Der Jugendliche war offenbar vorher im Sportunterricht massiv gekränkt worden, heißt es von den Ermittlern. Seine Mitschüler und auch die Lehrer wurden über die Festnahme informiert, der Amokalarm an der Schule aufgehoben. Ein Jugendsachbearbeiter der Polizei versucht jetzt den Vorfall noch einmal aufzurollen, um so neue Erkenntnisse über die Hintergründe zu gewinnen. Direkt nach Auslösen des Amokalarms wurden die Klassen von einem Kriseninterventionsteam betreut, bestätigt uns ein Sprecher des zuständigen Regierungspräsidium Freiburg.

War ein Amoklauf geplant? (Laura Riske, Polizei Freiburg)

 Jugendlicher in Klinik eingewiesen

Nach ersten Abklärungen der Polizei soll der 14-Jährige möglicherweise familiäre und schulische Schwierigkeiten gehabt haben. Nachdem der Schüler im Sportunterricht gehänselt wurde und den Unterricht verlassen hatte, konnten ihn seine Mitschüler nicht mehr antreffen. Bei einer telefonischen Kontaktaufnahme, äußerte der Junge sich und seinen Mitschülern etwas anzutun. Bei der Festnahme trug er neben einer Axt auch ein Teppichmesser bei sich. Nach Einschätzung durch Ärzte wurde er in eine Klinik eingewiesen. 

Wie sind Schulen auf solche Szenarien vorbereitet

In jeder Schule gibt es ein Krisenteam, das sich aus extra dafür geschulten Lehrkräften und der Schulleitung zusammensetzt. Im Rahmen von Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte zum Umgang mit krisenhaften Situationen wird auch dieses Team regelmäßig geschult. Das Krisenteam der betroffenen Schule ist zusammengetreten und hat geeignete Maßnahmen beraten. Die Polizei wurde unverzüglich eingeschaltet.

Jugendsachbearbeiter der Polizei und schulische Fachkräfte waren in der Schule im Einsatz und haben beruhigend auf die Schülerinnen und Schüler eingewirkt. Die Lehrerinnen und Lehrer haben ein Briefing erhalten, wie sie mit der Situation umgehen und wie sie auf mögliche Fragen von Schülerinnen und Schüler eingehen können. Die vorhandenen personellen Ressourcen in der Schule, die Beratungslehrer und Schulsozialarbeiter, sind einbezogen worden und erhalten ebenfalls Unterstützung durch den schulpsychologischen Fachdienst der Schulverwaltung. Welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, hängt von der Entwicklung der Lage ab und wird jeweils mit den zuständigen Stellen abgestimmt. (Matthias Henrich/Regierungspräsidium Freiburg)


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