Festkonzert 2018 - Europa, © © Veranstalter

Festkonzert 2018 – Europa

Hohgarten 4, 78224 Singen
22. Dez 2018
Ab 19:30 Uhr
Ab 12,00€

Traditionelles Festkonzert
mit dem Blasorchester der Stadt Singen (Bild oben)
unter der Leitung von Michael Stefaniak
und dem Jugendblasorchester der Jugendmusikschule Singen
unter der Leitung von Martina Bennett

Traditionell eröffnet das Jugendblasorchester den Konzertabend. Es besteht derzeit aus etwa 25 Musikerinnen und Musikern. Durch konsequente Probenarbeit in Register- und Gesamtproben, entwickeln die beiden Leiter Martina Bennett und Jens Gödel einen ausgewogenen Orchesterklang mit feinen Nuancen in Dynamik, musikalischer Ausführung und sauberer Intonation. 2018 unternahm das Orchester eine Reise in die französische Partnerstadt La Ciotat und begeisterte dort mit einem sehr gelungenen Kirchenkonzert.­­­

Das Programm des Jugendblasorchesters:

„Fires of Mazama“ – Michael Sweeney

„Schmelzende Riesen“ – Armin Kofler

„Pirates Of The Caribbean“ – Hans Zimmer, Arr. Ted Ricketts

„Fires of Mazama“: In prähistorischer Zeit gab es im Kaskadengebirge, einer Gebirgskette in Oregon in Nordamerika, einen Berg namens Mazama. Eine imposante, schneebedeckte Vulkanspitze von über 3500 Metern. Bei einem gewaltigen Vulkanausbruch vor etwa 7000 Jahren wurden Gesteinsbrocken bis nach Saskatchewan, also etwa 1500 km entfernt, geschleudert. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte bildete sich im Krater ein See, der Crater Lake, im heute gleichnamigen Nationalpark. Er ist mit fast 600 Metern Tiefe der tiefste See der USA und der siebttiefste der Welt. Die Komposition erzählt die Geschichte des einst hohen Berges, der enormen Eruption und schließlich die umwerfende Schönheit und Ruhe des Kratersees.

„Schmelzende Riesen“: Der Gedanke hinter der Komposition ist die Klimaerwärmung, die sich in Mitteleuropa nicht zuletzt durch den Rückzug der alpinen Gletscher bemerkbar macht. Das Stück beginnt mit einem ruhigen, majestätischen Teil, der die Erhabenheit der Gletscher widerspiegelt. Im schnellen Mittelteil wird die spannende Fahrt mit einem Schlittenhundegespann beschrieben. Der Übergang in den letzten Teil erfolgt aprupt. Das Ausmaß der Klimaerwärmung wird mit einem Mal ersichtlich. Es folgt eine Art Klagelied, das erst am Schluss des Werkes mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft durch nächste Generationen in einem optimistischeren Ton verklingt.

„Pirates oft he Caribbean“: 2003 wurde der Piratenfilm „Fluch der Karibik“ gedreht, der nicht zuletzt wegen seiner exzellenten Schauspieler etwa 580 Millionen Euro eingespielt hat. Kaptain Jack Sparrow, gespielt von Johnny Depp, versucht sein Schiff, die „Black Pearl“, zurückzugewinnen. Dabei begegnet ihm Orlando Bloom als Will Turner, der die entführte Elizabeth Swann, gespielt von Keira Knightley, retten will. Ted Ricketts hat die Originalmusik von Hans Zimmer gekonnt für Jugendblasorchester bearbeitet.

Das Programm des Städtischen Blasorchesters:

Europa mit seinen unvergesslichen Melodien ist Motto für das Konzert des Städtischen Blasorchesters Singen. Nicht fehlen dürfen dabei der vielfach prämierte Komponist Nino Rota und der kürzlich verstorbene Charles Aznavour. Aber auch Musik des belgischen Hip-Hop- und Electro- Künstlers „Stromae“ wird im Programm vertreten sein. Und als Erinnerung an das diesjährige Hohentwielfestival erklingen zudem Meisterwerke von Alan Parsons.

„Stromae“ – Arr. Léonard Chevalier

„La Strada“ – Nino Rota

„The Best Of Charles Aznavour“ – Arr. Roland Kernen

„Silence And I“, „Old and Wise“ – Alan Parsons

„Spain“ – Chick Corea

„Stromae“, mit bürgerlichem Namen Paul van Haver, ist der Sohn einer belgischen Mutter und wuchs ohne seinen ruandischen Vater auf, der die Familie verließ und nach Ruanda zurückkehrte, wo er 1994 dem Völkermord zum Opfer fiel. Seine Mutter schickte Paul van Haver auf ein jesuitisches Internat, wo er eine Hip-Hop-Band gründete. An der Académie musicale de Jette erhielt van Haver Unterricht in Musiklehre und Schlagzeug. Er arbeitete zeitweilig in einem Fast-Food-Restaurant, um sich den Besuch einer Privatschule zu finanzieren. Seine Ersparnisse reichten jedoch nicht aus, woraufhin er sich im Institut National de Radioélectricité et Cinématographie einschrieb. Dort vollendete er sein erstes Werk, sein Album „Juste un cerveau, un flow, un fond et un mic…“. Inzwischen ist „Stromae“ ein angesehener Modedesigner.

Nino Rota war ein italienischer Komponist, der zahlreiche berühmte Filmmusiken komponierte. Er war dank seiner Musik zu Francis Ford Coppolas „Der Pate II“ neben vielen anderen Auszeichnungen auch Oscar-Preisträger. Nino Rota wurde am 3. Dezember 1911 in Mailand geboren und starb am 10. April 1979 mit 67 Jahren in Rom. Die berühmtesten Filme Federico Fellinis, wie „La Dolce Vita“, „Satyricon“, „Il Bidone“, vor allem aber „La Strada“, begeistern nicht zuletzt durch Nino Rotas Musik. „La Strada“ („Das Lied der Straße“) inszenierte Federico Fellini 1954 mit seiner Ehefrau Giulietta Masina und Anthony Quinn in den Hauptrollen.

Charles Aznavour gehörte seit über einem halben Jahrhundert zu den herausragenden Persönlichkeiten des französischen Chansons. Der Durchbruch gelang ihm 1946, als Édith Piaf auf ihn aufmerksam wurde und ihn auf eine Tournee durch Frankreich und die Vereinigten Staaten mitnahm. Charles Aznavour hat über tausend Chansons geschrieben und sie in fünf Sprachen interpretiert. Er gilt als der international bekannteste französische Sänger. Geboren wurde Schahnur Waghinak Asnawurjan am 22. Mai 1924 in Paris als Kind armenischer Flüchtlinge. Am 1. Oktober 2018 ist Charles Aznavour in Mouriès gestorben. Er hat uns seine unsterblichen Melodien hinterlassen.

Alan Parsons ist ein britischer Musiker und Mitgründer von „The Alan Parsons Project“. Schon als Kind lernte er Klavier, Gitarre und Flöte – interessierte sich später aber mehr für die Arbeit hinter den Kulissen. Er lernte in den berühmten Abbey-Road-Studios in London sein Handwerk und war Assistenz-Toningenieur bei den Aufnahmen zu den „Beatles“-Alben „Abbey Road“ (1969) und „Let It Be“ (1970). Er war Toningenieur bei „Pink Floyds“ Album „Atom Heart Mother“ (1970) und hatte seinen Durchbruch als Toningenieur von „Dark Side of the Moon“ (1973) der gleichen Band. Rechtsanwalt Eric Woolfson, den Alan Parsons bei der Arbeit in den Abbey-Road-Studios kennenlernte, erwies sich bald nicht nur als guter Partner, der Parsons professionell beriet, sondern auch als kreativer Kopf mit vielen Song-Ideen. 1976 adaptierten die beiden diverse Geschichten von Edgar Allan Poe und formten mit Gastmusikern daraus das Album „Tales of Mystery and Imagination“, das sie unter dem Namen „The Alan Parsons Project“ veröffentlichten. Dieses Projekt war eigentlich als einmalige Sache gedacht, weil das Album aber so erfolgreich war, folgten neun weitere Produktionen. Auch noch heute ist Parsons gefragt auf den Bühnen in aller Welt. So war er in diesem Jahr Gast beim Hohentwielfestival in Singen.

„Spain“ ist eine instrumentale Jazz-Fusionskomposition des Jazzpianisten und Komponisten Chick Corea. Es ist wahrscheinlich das bekannteste Stück Coreas und gilt als Jazzstandard. „Spain“ wurde 1971 komponiert und erschien in seiner ursprünglichen (und bekanntesten) Interpretation auf dem Album „Light as a Feather“, mit Beiträgen von Corea (Rhodes Electric Piano), Airto Moreira (Drums), Flora Purim (Gesang und Percussion), Stanley Clarke (Bass) und Joe Farrell (Flöte). Es wurde in mehreren Versionen aufgenommen, sowohl von Corea selbst als auch von anderen Künstlern, darunter eine Flamenco-Version von Paco de Lucia, Al Di Meola und John McLaughlin in den 1980er Jahren und eine progressive Bluegrass-Version von Bela Fleck 1979. In jüngster Zeit hat Corea es im Duo mit dem japanischen Pianisten Hiromi Uehara aufgeführt. Die „Light as a Feather“-Version von „Spain“ erhielt zwei Grammy-Nominierungen für das beste Instrumentalarrangement und die beste instrumentale Jazz-Performance einer Gruppe. Im Jahr 2001 wurde Corea mit dem „Best Instrumental Arrangement Grammy“ für „Spain for Sextet and Orchestra“ ausgezeichnet.