Das Abschiedsdinner

Großherzog-Friedrich-Straße 19, 77694 Kehl
22. Okt 2018
Ab 20:00 Uhr
Ab 10,35€

Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière
Komödie Berlin / Komödie Winterhuder Fährhaus
Tourneetheater Thespiskarren

Regie: Jürgen Wölffer
mit Ingolf Lück, René Steinke, Saskia Valencia

Exzentriker auf der Bühne – nicht nur der Boulevard lebt davon. Auch die ,,künstlerisch wertvolle“ Komödie braucht markante Figuren. Im Angelsächsischen ist dieses Element deutlich ausgeprägt – und nicht weniger bei unseren französischen Nachbarn. Das beginnt bei Molière – ,,Der Geizhals“, ,,Der eingebildete Kranke“ – und reicht bis in die Gegenwart mit aktuellen jungen Autoren wie Florian Zeller (den wir ebenfalls im Programm haben) und dem Gespann Mathieu Delaporte/Alexandre de la Patellière.
Zuletzt überzeugte dieses Duo mit der Komödie ,,Der Vorname“: Dort schockiert ein Pariser Intellektuellenpaar seine linksliberalen Freunde, indem es das Neugeborene auf den Namen ,,Adolf“ taufen lässt. Bei ihrem jüngsten Wurf ,,Das Abschiedsdinner“ geht es um das Optimieren von Beziehungen, konkret: Wie serviert man zu anstrengend gewordene Freunde ab? In diesem Fall nutzt man dazu ein Dinner, welches das letzte vor dem Nimmerwiedersehen sein soll – was der Eingeladene jedoch nicht ahnt.
Anton, der Betroffene, ein anstrengend-genialer Argumenteverdreher und Dauerquassler, hat als Mentor und Förderer mittlerweile ausgedient und ist aufgrund seiner Exzentrik schlicht zu anstrengend geworden. Ingolf Lück spielt diesen unkonventionellen Egomanen mit Lust und Hingabe. Anton errät er ziemlich rasch, was seine Gastgeber vorhaben. Er konfrontiert sie prompt damit und drängt ihnen eine entlarvende Diskussion über den Sinn und Wert von Freundschaft auf. So ganz nebenher macht er uns klar, dass die Welt – erst recht die Beziehungswelt – ohne solche anstrengenden, aber letztlich liebenswerten Spinner wie er doch ziemlich fade wäre …