Between the Beats Festival, 2018, Lörrach, Burghof, Altes Wasserwerk, , © Veranstalter

Between the Beats Festival 2018 – Garden City Movement – Neufundland – Gurr – Judith Holofernes – im Burghof Lörrach

Mit viel Herzblut und in liebevoller Recherchearbeit wird beim Between the Beats Festival, das 2018 bereits zum sechsten Mal im Burghof und zum dritten Mal im Alten Wasserwerk stattfinden wird, jährlich ein besonderes Line-Up zusammengestellt. Aufstrebende und bereits beliebte Bands und Künstler werden ihre Musik in Lörrach präsentieren. An zwei Abenden werden musikalische Leckerbissen aus den schier unendlichen kreativen Weiten des Indie, Pop und Rap geboten – überraschend, bewegend, experimentell. Die vergangenen Ausgaben des Festivals haben nicht nur gezeigt, dass sich der Burghof und das Alte Wasserwerk als gebührende Veranstaltungsorte anbieten, Between the Beats hat sich auch als Spielwiese für Newcomer mit großen Ambitionen herumgesprochen.
Die Erscheinung des Between the Beats ist ein wichtiger Punkt: Die Wandelbarkeit des Burghofs und das suburbane Flair des Alten Wasserwerks werden dabei vom Deko-Team für die mehrtägige Veranstaltung vollends ausgenutzt. Es werden Orte mit besonderer Clubatmosphäre geschaffen, wo gemeinsam in die unzähligen Facetten des Indie-Genres eingetaucht und ein Stück Musikgeschichte gefeiert werden kann.

Vor wenigen Jahren, als die in Tel Aviv ansässige Elektro-Band Garden City Movement – um 20 Uhr – ihre Debüt-EP „Entertainment“ veröffentlichte, hat niemand mit dem Hype gerechnet, den das Trio lostreten würde. Mit Support-Slots für SOHN und Alt-J und Auftritten u. a. bei Primavera und Glastonbury machten sie auf sich aufmerksam. Pitchfork, Stereogum, Fact – jeder war begeistert von ihren hypnotischen, Dancefloor-gerichteten Beats, den verflochtenen Vocals und ihren aufwendig gestalteten, hinreißenden Stimmungen, ihren funkigen Synth-Basslines, den groovenden Gitarren und dieser Lässigkeit der 80er-Jahre, die Garden City Movement so einwandfrei transportieren. 2018 könnte ein großes Jahr für die Band werden, denn wenige Tage vor dem Between the Beats Festival wird sie ihr erstes Album veröffentlichen.

Neufundland – 20.55 Uhr feiern das Unfertige, das Unperfekte. Das im Herbst 2017 endlich veröffentlichte Debütalbum „Wir werden niemals fertig sein“ ist eine Verneigung vor dem unangepassten Leben, in all seinen Facetten und Formen, mit all seinen Unsicherheiten, Unzulänglichkeiten und Lebenslügen. Neufundland machen nachdenklichen krachenden Indie-Rock, der sich nicht am Puls der Zeit bewegt, sondern abarbeitet. Dass das nicht nur auf dem Papier Sinn macht, sondern auch live überzeugt, konnte die Band aus Köln bereits auf etlichen Festivals und Shows mit Bands wie OK Kid oder Von Wegen Lisbeth, die 2016 bzw. 2017 ebenfalls schon beim Between the Beats aufgetreten sind, unter Beweis stellen.

Gurr – um 22.05 Uhr – sind eine faszinierende Band mit einem unwiderstehlichen Mix aus fuzzigen Gitarren, Pop-Refrains und Garage-Sound, gepaart mit einer Prise Kalifornien. Seit der Veröffentlichung ihres gefeierten Debütalbums „In My Head“ 2016 haben die Berliner Mittzwanzigerinnen und besten Freundinnen Laura Lee und Andreya Casablanca die Welt im Sturm erobert. Mit ihrer wilden Rock’n’Roll-Live-Show begeisterten Gurr schon europaweit und spielten ausverkaufte Konzerte in UK und Deutschland. 2017 wurde die Band von der BBC nach London eingeladen, um eine Session aufzunehmen. Der Guardian schrieb dazu „Fizzing joy of indie as it used to be“.

Judith Holofernes – um 23.15 Uhr – aktuelle Solo-Musik bewegt sich rasant zwischen sehr unterhaltsam und sehr traurig. Mit ihrer ersten Platte „Ein leichtes Schwert“, die 2014 erschien, zog sie auch erstmals ohne ihre Mitstreiter von Wir Sind Helden in die Welt hinaus. Der Nachfolger „Ich bin das Chaos“ (2017) schließt in seiner Spielfreude klar an das „zerzauste Debüt“ an, mit wilden Einflüssen zwischen Nick Cave, dem frühen Bowie oder Marvin Gaye und Cyndi Lauper. Eine Handvoll melancholische Stücke bilden das dunkle Herz einer ansonsten hellen, zugewandten, offenherzigen Platte. „Wir sind doch alle verliebt ins Chaos, mit mehr oder weniger Sicherheitsabstand. Natürlich fürchten wir es auch, und wehren uns. Das ganze Leiden und Feilschen, all die ungeschickten Versuche, das Chaos zu beherrschen – das rührt mich, und gleichzeitig finde ich es wahnsinnig komisch“, sagt die Berlinerin.

Freitag, 23. März 2018 | ab 20.00 Uhr | im Burghof Lörrach