Arabische Musik auf dem Cembalo, © © Veranstalter

Arabische Musik auf dem Cembalo

Klosterplatz 1, 79295 Sulzburg
31. Aug 2018
Ab 20:00 Uhr
Ab 23,20€

Arabische Musik auf dem Cembalo – so abwegig ist diese Idee nicht, gibt es doch die These, man habe im 14. Jahrhundert an das aus dem Nahen Osten eingeführte Qanun Tasten angefügt und somit das Cembalo „erfunden“. Dies wäre somit ein weiterer Baustein der starken Beeinflussung der arabischen Musikinstrumente auf das europäische Mittelalter. Ob diese These nun aber haltbar ist oder nicht: ein Experiment ist es wert! In diesem Konzertabend begegnet sie der Algerischen Musikerin Imène Sahir. Angelika Moths studierte Cembalo am Koninklijk Conservatorium in Den Haag, wo sie sich bei Tini Mathot/Ton Koopman diplomierte, Generalbass bei Jesper Christensen und „Theorie der Alten Musik” an der Schola Cantorum in Basel, sowie Musik-, Kunst- und Islamwissenschaft an der dortigen Universität, wobei ihre Schwerpunkte in der Musik des Mittelalters, der französischen Chanson des 15. Jahrhunderts, der Seconda Pratica und der arabischen Musiktheorie lagen. Sie geht einer umfangreichen und vielfältigen Unterrichtstätigkeit in Deutschland und der Schweiz nach und ist Mitglied mehrerer Ensembles. Zahlreiche Reisen haben sie in den Nahen Osten – insbesondere nach Syrien – und Ägypten geführt. In Aleppo erhielt sie mehrfach intensiven Qanununterricht bei Julien Weiss und im Jahre 2008 schließlich kam es mit Musikern des High Institute of Music im Opernhaus von Damaskus zur Wiederaufführung der Oper Zenobia von Tommaso Albinoni unter ihrer Leitung. Weitere Aufführungen waren im Amphitheater von Palmyra geplant, welche durch die beginnenden Unruhen im Land aber nicht durchgeführt werden konnten. Der Austausch mit arabischen Musikern intensivierte sich noch durch die Aufforderung an arabische Komponisten, für ihr Instrument Cembalo zu komponieren, aber auch an westliche Komponisten, sich von arabischer Musik inspirieren zu lassen. Es entstanden dabei sowohl Neukompositionen, als auch Bearbeitungen unterschiedlichster Art. So befindet sich in diesem Programm das stark rhythmisch geprägte al-Maqamas al-Masri (was so viel heißt wie „ägyptische Modi“) von Ali Osman (*1958). Der Algerier Salim Dada (*1972) ist einerseits mit En Souvenir de Bach vertreten, aber auch mit Samaï pour clavecin, in dem er das arabische Maqam-System auf das Cembalo übertragen hat und somit eine sehr unkonventionelle Facette im Umgang mit diesem Instrument aufzeigt. Der Iraker Saad Thamir (*1972) erinnert in Besuch an lange philosophische Gespräche. Die Fantasie von Julien Weiss ist als Etüde für Qanun im Unterricht entstanden. Als Hommage für den im Januar 2015 Verstorbenen übertrug sie Angelika Moths auf das Cembalo. Ergänzt wird das Programm durch bearbeitete Arabesquen des 19. und 20. Jahrhunderts.