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Spektakuläre Sonnenfinsternis am Freitag in Deutschland

Die Sonnenfinsternis geht los - Thomas hält Julica auf dem Laufenden
Die Sonnenfinsternis vom baden.fm-Senderdach aus gefilmt

Vier große Fragen zur Sonnenfinsternis im Überblick

 

Was genau ist zu sehen?

Am Freitag, den 20. März 2015 wird der Mond ab ca. 09:27 Uhr einen Großteil der Sonne verdecken. Der Mond wird dann als dunkle Scheibe vor dem leuchtenden Himmelskörper zu sehen sein und ihren Schatten als einen 400 Kilometer breiten Streifen auf die Erde werfen. Während sich das Naturphänomen im Nordatlantik als totale Sonnenfinsternis betrachten lässt, wird der Mond aus der Sicht unserer Breitengrade nur gut drei Viertel der Sonne bedecken. Je weiter man nach Norden fährt, desto vollständiger wirkt die Sonnenfinsternis. Nach knapp zwei Minuten ist das Ganze dann auch wieder vorbei.

 

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Und auch normale Sonnenbrillen oder Schweißerbrillen schützen nicht, weil auch diese für das Auge gefährliche Bestandteile der Strahlung durchlassen. Wer das Naturspektakel sicher verfolgen will, sollte sich eine Spezialbrille besorgen oder die Sonnenfinsternis bei einer Sternwarte oder als Video verfolgen. Der Brillenkauf könnte allerdings für Schwierigkeiten sorgen: Bei den meisten großen und kleinen Optikern in der Region sind die speziell beschichteten Augenschutzbrillen bereits vergriffen. Alte Modelle sollte man nur nehmen, wenn sie noch originalverpackt sind.

 

Wie gefährlich ist es, in die Sonne zu schauen?

Augenärzte warnen davor, dass der ungeschützte Blick in die Sonne das Auge stark schädigen kann. Wer mehrere Minuten lang ohne Spezialbrille hinsieht, kann sogar einen Großteil der Sehkraft dauerhaft verlieren. Die Notaufnahmen mussten bei der letzten großen Sonnenfinsternis dutzende erblindete Patienten behandeln. Denn auch bei der vermeintlichen Dunkelheit einer Sonnenfinsternis dringt weiter starkes Sonnenlicht auf unsere Augen und kann die Netzhaut verbrennen. Weil das nicht wehtut, merkt der Betroffene den Augenschaden meist zu spät.

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Eine relativ sichere Möglichkeit, die Sonnenfinsternis zu Verfolgen ist außerdem das Filmen und Fotografieren mit Kamera und Camcorder - allerdings sollte man darauf achten, die Sonne nicht durch den optischen Sucher anzuvisieren, weil dieser das Licht sogar noch bündeln kann und damit ebenfalls die Augen schwer verbrennen kann. Das Beobachten über die Displays ist hingegen komplett ungefährlich - zumindest für den Beobachter. Kamerabesitzer sollten ihre Geräte mit speziellen Filtern schützen, bevor sie sie auf die Sonne richten. Andernfalls kann die Strahlung auch die empfindlichen Bildsensoren beschädigen, das gleiche gilt für Smartphones.

 

Wie selten ist die Sonnenfinsternis tatsächlich?

Die Sonnenfinsternis ist tatsächlich die vorerst letzte Chance, ein kosmisches Ereignis dieser Größe in den nächsten Jahren zu bewundern. Der Mond bedeckt aus unserer Sicht diesmal bis zu 80 Prozent der Sonne. Das kommt in Mitteleuropa in einhundert Jahren insgesamt bloß 19 Mal vor. In Deutschland können wir eine ähnliche Sonnenfinsternis erst wieder am 12. August 2026 und danach sogar erst im Jahr 2039 noch einmal sehen.

 

Welche Auswirkungen hat das Naturphänomen?

Während der Mond einen Großteil der Sonne bedeckt, wird für eine kurze Zeit die Temperatur in den überschatteten Gebieten spürbar abfallen und anschließend wieder auf das Ausgangsniveau ansteigen. Oft verhalten sich Haustiere während des Naturereignisses nervös. Nachtaktive Tiere werden hingegen eher munter, weil sie mit der plötzlichen Dunkelheit Nacht verbinden. Hunde- und Katzenbesitzer brauchen sich aber keine Sorgen zu machen. Die Tiere kommen fast immer ohne Probleme mit einer Sonnenfinsternis klar.

Einen Blackout wird es wahrscheinlich nicht geben

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Gedanken machen sich hingegen viele Energieversorger. Weil inzwischen mehr als ein Drittel der deutschen Stromversorgung aus Solarkraftwerken stammt, muss sich das deutsche Stromnetz mit der Sonnenfinsternis auf einen Härtetest einstellen. Fehlt bei gleichbleibendem Verbrauch mit einem Schlag überall die Sonne als Energiequelle, muss schnell reagiert werden, um einen Blackout zu verhindern. Es gilt bis zu 12 Gigawatt auszugleichen, die sonst ins Netz von den Photovoltaikanlagen eingespeist werden und auch direkt nach der Finsternis wieder dazukommen. Allerdings sehen sich die großen Energiekonzerne gut darauf vorbereitet, den Kreislauf durch das Zu- und Abschalten anderer Kraftwerke auszubalancieren. Einen flächendeckenden Stromausfall wird es aller Voraussicht nach also nicht geben. Sollte der Himmel über Deutschland am Freitag wolkenverhangen bleiben, ist das Problem sowieso minimal, weil dann auch die Sonnenkraftwerke schon vorher weniger Strom liefern.

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