Bass, Bassgitarre, Band, Konzert, Musik, Auftritt, Veranstaltung, Event, © Pixabay (Symbolbild)

Freiburg und Lörrach planen bereits mit Open-Air-Events im Sommer

Zusammen mit den Café- und Restaurantbesuchen dürften Live-Veranstaltungen mit zu den Dingen gehören, die die meisten während der Pandemie vermissen

Bisher verhindern die hohen Corona-Infektionszahlen, dass wir in Südbaden wieder Konzerte, Liveshows und andere Aufführungen genießen können. Das könnte sich aber schon bald ändern: Wenn es das Pandemiegeschehen zulässt, möchten viele Städte und Gemeinden in Südbaden zumindest bereit sein, der notleidenden Kulturbranche und den Künstlern konkrete Öffnungsperspektiven anbieten zu können. In Freiburg soll vor diesem Hintergrund auch der Gemeinderat am 29. Juni über ein neues Konzept abstimmen, mit dem die Stadtverwaltung den Veranstaltern unter die Arme greifen möchte.

Das war ein Ergebnis aus jüngsten Kulturgipfel-Gesprächen am Runden Tisch in der vergangenen Woche, an denen neben Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) auch Freiburgs Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD), sowie unterschiedliche Vertreter der ziemlich breit gestreuten Eventbranche teilgenommen haben.

Freiburg grundsätzlich offen für kommerzielle Events auf öffentlichen Plätzen im Freien

Als konkreter Plan kam dabei nun zustande, dass die Stadtverwaltung künftig mehr öffentliche Plätze und Parkanlagen für bestimmte Veranstaltungen im Freien zur Verfügung stellen möchte - unter der Voraussetzung, dass es bei dem Event ein entsprechendes Hygienekonzept und Eintrittsgelder gibt. Für eventuell anfallende Platzmieten könnte sich von Kirchbach außerdem vorstellen, kommerziellen Veranstaltern bei der Pacht entgegenzukommen.

Außerdem will sich die Stadt zusätzliche Locations - wie beispielsweise die Liegewiesen der geschlossenen Hallenbäder - überlegen, an denen in Zukunft unter kontrollierten Bedingungen wieder Menschen zu Open-Air-Events zusammenkommen könnten. Dazu soll es auch Gespräche mit den Bürgervereinen in den einzelnen Stadtteilen geben. Außerdem wurde im Amt für öffentliche Ordnung bereits provisorisch eine zentrale Stelle geschaffen, um die Anfragen der Veranstalter koordinieren zu können.

Kulturbürgermeister hält erste Konzerte ab Juli für denkbar und will Zeichen für die Branche setzen

Momentan liegt die weitere Umsetzung solcher Pläne noch in der Ferne. Aber wenn die 7-Tage-Inzidenz im Breisgau weiterhin sinken sollte, könnte schon in wenigen Wochen eine Änderung der landesweiten Corona-Verordnung kommen, ist von Kirchbach überzeugt. Was im Mai noch unmöglich scheint, peilt er für Juli, August und September fest an.

Für einen allzu sorglosen Umgang mit dem Infektionsgeschehen sei es zwar auch dann noch eindeutig zu früh. Doch gleichzeitig nimmt er nach eigener Aussage die Nöte der Kulturbranche, aber auch der Bürger wahr, die ansonsten im Publikum stehen würden. Deshalb bräuchte es auch aus Sicht des Bürgermeisters ein starkes Signal und Perspektiven für die Veranstaltungsszene, wo sie nur möglich sind.

Und auch auf der anderen Seite wächst die Hoffnung, dass mit fortschreitenden Impfungen im Sommer möglicherweise auch größere Konzerte zurückkehren könnten. So haben die Organisatoren des Sea You Festivals am Tunisee bereits eine abgespeckte Version ihres Großevents unter dem Motto "Back to Life" für bis zu 5.000 Gäste in vage Aussicht gestellt.

Lörrach möchte Fördermittel für geplanten Open-Air-Kultursommer nutzen

Auch im Lörracher Rathaus liegen entsprechende Pläne schon in den Schubladen oder nehmen nun nach und nach weiter Gestalt an: Auf die Frage, ob auch hier entsprechende Lockerungsschritte für den Veranstaltungsbereich vorbereitet werden, verweist Oberbürgermeister Jörg Lutz (parteilos) auf baden.fm-Anfrage auf das geplante Kultursommerprogramm "Kulturwiese" im Landkreis Lörrach, in dem die Stadt eine Schlüsselrolle einnehmen möchte.

Entlang des Flusses Wiese haben sich dafür die Städte und Gemeinden von Todtnau bis Lörrach zusammengeschlossen und bis Mitte April Projektideen gesammelt, die nun ausgewertet werden.

Für die Auftritte unter freiem Himmel steuert die Kulturstiftung des Bundes je nach Konzept zwischen 100.000 und 500.000 Euro bei, um auch während der Coronakrise wieder kulturelles Leben pandemiekonform zu ermöglichen.

Mit einer Entscheidung über die genaue Förderung rechnen die Verantwortlichen auch hier Ende Mai, die ersten Liveshows wären damit theoretisch zwischen Juli und Oktober möglich. Auch Lutz warnt vor leichtfertigen Öffnungsschritten, die die Pandemie in der Region noch einmal neu anfachen könnten. Trotzdem müsse Kultur - unter Einhaltung der Hygieneregeln - bald wieder möglich sein, so sein Fazit.

(fw)