Lungenpest, Madagaskar, Deutsches Rotes Kreuz, © Madagassisches Rotes Kreuz / IFRK

Wie ein Rot-Kreuz-Helfer aus Südbaden in Madagaskar die Pest bekämpfen will

Schon Ende der Woche sollen die deutschen Helfer für das Projekt auf Madagskar eintreffen

Nach dem Ausbruch der gefährlichen und leicht übertragbaren Lungenpest sollen nun auch Unterstützer des Deutschen Roten Kreuzes auf der Insel eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern. Dazu sollen sie ein mobiles Behandlungszentrum einrichten, sprich: Eine Spezialklinik mit 50 Betten, die von Ort zu Ort zu den Betroffenen kommen kann.

Mit verantwortlich für den Aufbau ist dabei Rettungssanitäter Christoph Dennenmoser vom DRK-Kreisverband Säckingen. Als Technik-Spezialist fliegt er von Berlin aus ins Einsatzgebiet. Er möchte aktiv dabei mithelfen, dass in dem neuen Krankenhaus die hochansteckenden Patienten isoliert und gezielt behandelt werden können. Am Donnerstag geht es für ihn nach Berlin und von dort aus am Freitag (20. Oktober 2017) nach Madagaskar.

So möchte DRK-Rettungssanitäter Christoph Dennenmoser aus Südbaden dabei helfen, die Lungenpest auf Madagaskar zu bekämpfen

Für Dennenmoser ist es nicht der erste Auslandseinsatz dieser Art. Bereits bei der großen Ebola-Epidemie in mehreren westafrikanischen Ländern 2014 und 2015 hatte er sich als Freiwilliger gemeldet, um den Menschen vor Ort zu helfen.

Bisher fast 700 Verdachtsfälle auf Madagaskar

Die Lungenpest stellt die Helfer aber vor große Herausforderungen. Eine deutsche Spezialistin für Infektionskrankheiten verschafft sich bereits seit vergangenem Freitag zusammen mit internationalen Kollegen einen Überblick über die genauen Ausmaße der Seuche. Bisher haben die Behörden auf Madagaskar genau 684 Verdachtsfälle gezählt, 57 Infizierte sind bereits an den Folgen der Krankheit gestorben.

Grundsätzlich lässt sich die Lungenpest mit Antibiotika gut behandeln, ohne den Gang zum Arzt kann die Krankheit aber schnell tödlich enden. Gefährlich ist sie vor allen Dingen deshalb, weil sich die Erreger über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch ausbreiten können. Bei der bekannten Beulenpest passiert das nicht so leicht, hier waren bisher bestimmte Insektenstiche die Hauptüberträger.

Zusätzlich zur Hilfe aus Deutschland bildet das Madagassische Rote Kreuz gerade über 1000 Helfer aus, um gegen die weitere Ausbreitung der Lungenpest vorzugehen.

(fw)