Bergwacht, Schwarzwald, © Patrick Seeger - dpa

Weitere Unterstützung für die Bergwacht Schwarzwald in Sicht

Je nach Einsatzgebiet waren die Anflugzeiten mit dem Seilwinden-Hubschrauber bisher recht lang

Um Verletzte oder vermisste Menschen aus dem unwegsamen Gelände zu retten, darf die Bergwacht im Schwarzwald im Ernstfall künftig auch auf einen der insgesamt sechs Hubschrauber der Landespolizei in Baden-Württemberg zurückgreifen.

Eine entsprechende Zusammenarbeit haben der Landesvorsitzende der Bergretter Adrian Probst und Staatssekretär Wilfried Klenk (CDU) vom Innenministerium am Montag (01.10.2018) bei einem gemeinsamen Treffen in Kirchzarten bestätigt. Der Vertrag dafür soll in den nächsten Tagen oder Wochen unterzeichnet werden.

So sollen verunglückte Patienten im Schwarzwald von der neuen Zusammenarbeit zwischen Bergwacht und Polizeihubschrauberstaffel profitieren

Im Notfall kann das Abseilen mit der Seilwinde vom Helikopter aus der Luft wertvolle Zeit bei der Bergung schwerverletzter und traumatisierter Patienten einsparen und damit dazu beitragen, Leben zu retten.

Außerdem erweitert sich mit der Kooperation nun auch das Einsatzgebiet, da nun auch im mittleren und nördlichen Schwarzwald Ziele angeflogen werden können. Dort mussten in den meisten Fällen betroffene Menschen noch klassisch mit langen Fußmärschen durch den Wald oder mit den vorhandenen Einsatzfahrzeugen erreicht werden. Für die Rettungshubschrauber aus Südbaden war der Anflug dorthin in einigen Fällen einfach zu lang.

Land will die Bergretter nicht hängen lassen

Die mitgereiste Delegation aus dem Union-Arbeitskreis zur Innenpolitik stellt der Bergwacht dabei auch grundsätzlich weitere Unterstützung bei der Bewältigung des jahrelangen Investitionsstaus in Aussicht.

Über eine konkrete Zusage über weitere Einmalzahlungen oder grundsätzliche Änderungen bei der Finanzierung von Einsätzen, Ausrüstung, Technik und Gebäuden der meist ehrenamtlichen Retter wurde am Montag allerdings nichts bekannt.

Finanzielle Zukunft der Bergwacht scheint vorerst gesichert

Insgesamt habe sich die finanzielle Situation bei der Bergwacht Schwarzwald innerhalb der letzten anderthalb Jahre deutlich verbessert, betont Probst auf baden.fm-Anfrage. Damals standen die Helfer kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Gerade bei der Sanierung der Wachstationen und anderer Gebäude wären weiterhin über 4,5 Millionen Euro notwendig.

Nachdem die grün-schwarze Landesregierung nun mehr als 600.000 Euro in neue Fahrzeuge, laufende Kosten und Einsatzmaterial wie Digitalfunkgeräte steckt, wurde zumindest die Handlungsfähigkeit der Bergwacht für die nächsten Jahre gesichert. Auch über das grundsätzliche Drei-Säulen-Finanzierungsmodell erhält sie jetzt regelmäßig mehr Geld von Krankenkassen und dem Land und konnte die Spendeneinnahmen erhöhen.

(fw)