Maria, Vermisst, Türschild, © Patrick Seeger - dpa

Vermisste Freiburgerin Maria H. wieder aufgetaucht

Mehr als fünf Jahre nach ihrem plötzlichen Verschwinden ist die junge Freiburgerin Maria H. wieder aufgetaucht. Ihre Mutter hat bei Facebook geschrieben, dass Maria seit Donnerstag Nacht (30.08.18) wieder zuhause ist. Die Polizei klärt den Fall aktuell ab und hat bestätigt, dass es sich tatsächlich um Maria H. handelt.

Sie ist körperlich unversehrt und wird in den nächsten Tagen zu ihrem Verschwinden und den Geschehnissen der letzten fünf Jahre befragt werden. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Begleiter, Bernhard Haase aus
Blomberg (NRW), bleibt mit internationalem Haftbefehl weiterhin bestehen.

Im Mai 2013 war Maria im Alter von 13 Jahren plötzlich verschwunden. Angeblich war sie davor in Mailand. Außerdem bittet die Mutter um Verständnis, dass sich die Familie vorerst nicht weiter öffentlich äußert. Maria war mit einem damals 53-jährigen Mann untergetaucht. Ihn hatte sie im Internet kennengelernt.

Polizeisprecher Jerry Clark zu Maria H.

Auf Facebook schrieb Ihre Mutter:

1944 Tage.......es ist mir und meiner Familie ein sehr großes Bedürfnis euch direkt als zweites (nach der Polizei) zu informieren

MARIA IST SEIT LETZTER NACHT WIEDER ZUHAUSE

Sie hat hier über Facebook Kontakt zu ihrer Familie gesucht und ganz ganz liebe Freunde haben sie letzte Nacht aus Mailand abgeholt.

 

Die 13-Jährige hatte ihren mutmaßlichen Entführer im Chat kennengelernt

Nachdem die damals 13-Jährige plötzlich aus ihrem Zuhause in Südbaden verschwunden war, blieb ungeklärt, ob sie mit ihrer über vierzig Jahre älteren Internetbekanntschaft "durchgebrannt" war oder ob der Mann das Mädchen gewaltsam entführt hat. Allerdings hätte er sich alleine durch eine Liebesbeziehung zu der Minderjährigen strafbar gemacht.

Der 56-Jährige wird mit internationalem Haftbefehl gesucht

Gegen den 56 Jahre alten Bernhard Haase aus Blomberg in Nordrhein-Westphalen wurde ermittelt -  unter anderem wegen Kindesentzug in einem besonders schweren Fall, er wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die letzte Spur der beiden hatte sich in Osteuropa verlaufen.

Damals hatten Passanten Maria und Haase in Polen beim Einkaufen und Übernachten in einem Auto beobachtet. Weitere Hinweise kamen wenige Wochen später aus einem Hotel in der Slowakei. Die Ermittler konnten das Auto und den weißen Schäferhund des Mannes sicherstellen - er war mit Maria aber offenbar längst weitergezogen.

Heiße Spur 2016 wurde zurückgewiesen

Verschiedene Medien hatten im September 2016 berichtet, dass eine neue heiße Spur nach Spanien führen würde. Dort hätten sich das Mädchen und Haase anscheinend aufgehalten. Die Ermittler hatten zwar tatsächlich verschiedene Fotos erhalten, die das Paar in Spanien zeigen sollen.

Die Freiburger Polizei stellte aber klar, dass es sich dabei um Spekulationen gehandelt hat. Die Personen auf den Fotos waren demnach nicht das gesuchte Paar. Für Berichte des Nachrichtensenders "welt" (ehemalig N24), nach denen der Mann als Kontakt für den Verfassungsschutz gearbeitet haben könnte und der Geheimdienst damit indirekt an dem Fall beteiligt sein könnte, gibt es außerdem keine Belege.

Monika Beisler im Interview vom 22.11.2013
Monika Beisler, die Mutter der vermissten Maria Brigitte Henselmann im Interview (22.11.2013)
Das sagt der Vater von Maria aus Freiburg drei Jahre nach ihrem Verschwinden
Mehr Artikel zum Fall Maria H.