Rolle der Deutsch-Französischen Brigade

MÜLLHEIM Ist ein gemeinsamer Einsatz der deutsch-französischen Brigade denkbar?


 

Die Deutsch-Französische Brigade in Müllheim hat am Donnerstag bei einem so genannten Biwak-Training im Feldlager ihr neues gemeinsames Ausbildungskonzept für Soldaten aus beiden Ländern vorgestellt. Es sieht eine noch stärkere Zusammenarbeit beider Truppen vor, indem bei gemeinsamen Trainings beide Seiten von den gegenseitigen Vorzügen profitieren sollen. So gehöre in Frankreich etwa der Häuserkampf zur militärischen Grundausbildung, in Deutschland normalerweise nicht. Gleichzeitig hatte TV Südbaden dabei auch Gelegenheit, Verantwortliche und Soldaten zu ihrem beruflichen Selbstverständnis und zur tatsächlichen Rolle der Brigade zu befragen.

Der teils umstrittene Militärstützpunkt im südbadischen Müllheim stand zuletzt im April in der Kritik von Pazifisten. Sie hatten angesichts der internationalen Lage bei Friedensmärschen eine Schließung des Standorts gefordert.

Erst im März hatten sich die über 2100 Soldaten der Brigade an der Oberlausitz bei einem gemeinsamen Training auf weltweite Einsätze vorbereitet. Verteidigungsminister Thomas de Maiziére hatte bei seinem Besuch im Herbst 2012 einen möglichen Einsatz der Truppen als Krisenhelfer im afrikanischen Mali vage in den Raum gestellt. Die internationale Brigade könnte dort beispielsweise die stationierten französischen Streitkräfte unterstützen, indem sie Ausbildungsfunktionen übernehmen.

Wie uns Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann im Interview erzählt, würde er einen solchen Einsatz – unter bestimmten geregelten Bedingungen – persönlich befürworten. Entscheidungsträger sei aber natürlich weiterhin die Politik.