Warnstreik, Protest, Ver.di, © Patrick Seeger - dpa (Symbolbild)

Proteste in Kliniken und Pflegeeinrichtungen zum Tag der Pflegenden angekündigt

Mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen - ver.di will Signal an Politik senden

Proteste in Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Südbaden, dem Schawarzwald und dem Bodenseekreis hat der Gewerkschaftsverbund ver.di anlässlich des internationalen Tages der Pflegenden am 12.05.2021 angekündigt. Die Beschäftigten fordern eine "bedarfsgerechte Personalausstattung und flächendeckend angemessene Bezahlung", so die Organisatoren. Der bundesweite Aktionstag soll vor der Bundestagswahl auf Defizite in Gesundheit und Pflege aufemerksam machen und die Politik zu verbindlichen Zusagen drängen.

An der Uniklinik Freiburg begrüßen ver.di-Mitglieder ihre Kollegen noch vor der Frühschicht mit Textilaufklebern. Zwischen 15 und 17 Uhr wird dann auf dem Campus protestiert. Die Forderungen der Beschäftigten: Bedarfsgerechte Personalausstattung und angemessene Bezahlung. Laut ver.di werden neben der Uniklinik Freiburg und dem Kreiskrankenhaus Emmendingen aus der Region auch das Zentrum für Psychiatrie Emmendingen, der Klinik für Tumorbiologie Freiburg, das Ortenauklinikum in Offenburg und Lahr, das Pflege- und Betreuungsheim Fußbach in Gengenbach und das AWO-Pflegeheim Lahr teilnehmen.

Die Beschäftigten in den Krankenhäusern sind erschöpft. Sie arbeiten seit Monaten am Anschlag, um die Menschen in der Pandemie bestmöglich zu versorgen."

"Es müssen dringend die richtigen Schlussfolgerungen aus den Erfahrungen in der Pandemie für das Gesundheitswesen gezogen werden", sagt Franka Weis aus dem Kreiskrankenhaus Emmendingen. Die bisherigen Beschlüsse seien völlig unzureichend, von Entlastung ist im Betrieb nichts zu spüren. "Die Beschäftigten in den Krankenhäusern sind erschöpft. Sie arbeiten seit Monaten am Anschlag, um die Menschen in der Pandemie bestmöglich zu versorgen", ergänzt Petra Mergenthaler von der Uniklinik Freiburg. "In der Pflege ist die Lage angesichts der Personalnot weiterhin extrem angespannt. Die beruflich Pflegenden brauchen jetzt das Signal, dass sich die Bedingungen schnellstmöglich und dauerhaft verbessern. Doch der Bundesgesundheitsminister spielt weiter auf Zeit."

Beim Entwurf einer verbesserten tariflichen Bezahlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse erheblich nachgebessert werden, berichtet der Gewerkschaftsbund.  Auch das Pflegepersonal in Krankenhäusern sei völlig überlastet, eine Lösung aber noch nicht in Sicht. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Errichtung einer Pflegekammer sei für ver.di keine Lösung. "Die Pflege im Land braucht echte Entlastung, dringend und sofort, sowie eine spürbare Aufwertung", heißt es in deren Pressestatement. "Was wir nicht brauchen, ist, dass wir zukünftig als Kammermitglieder mit Pflichtmitgliedsbeiträgen dafür bezahlen müssen, in Entscheidungsgremien des Gesundheitswesens mehr beachtet zu werden."

(br)