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Obstgroßmarkt Mittelbaden startet eigene Plattform zur Erntehelfer-Suche

Jetzt um die Osterzeit warten über 5.000 Tonnen Erdbeeren auf den heimischen Feldern darauf gepflückt zu werden

Weil wegen der Coronakrise auch für die anstehende Erdbeerernte und andere Obst- und Gemüsesorten in der Region Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa fehlen, hat der Obstgroßmarkt Mittelbaden aus Oberkirch eine Onlineplattform für die Suche nach Erntehelfern auf die Beine gestellt. Unter dem Titel ErnteRetterOrtenau können sich Freiwillige melden, die anschließend auf den Feldern in der Region zum Einsatz kommen, um die heimischen Erzeugnisse für die Verbraucher zu retten.

Wer helfen möchte, sollte körperlich fit sein, darf keiner Risikogruppe angehören und ist im Idealfall zwischen 18 und 50 Jahre alt, schreibt der Obstgroßmarkt. Der Arbeitseinsatz dauert in der Regel mindestens eine Arbeitswoche, wer noch mehr Zeit hat, ist damit sehr willkommen. Die Helfer werden dann mit Arbeitsverträgen für ihren Einsatz ausgestattet.

In der Region wären momentan mindestens 2.000 zusätzliche Saisonarbeitskräfte notwendig

Allein um die Osterzeit warten rund 5.000 Tonnen Erdbeeren auf den Feldern entlang der Rheinebene darauf gepflückt zu werden. Die Erdbeerernte wird sich voraussichtlich über die kommenden sechs Wochen strecken, bevor dann andere Beerenkulturen auf dem Plan stehen.

Momentan haben die einzelnen, regionalen Erzeugerbetriebe des Obstgroßmarktes einen Bedarf von mindestens 2.000 zusätzlichen Erntehelfern. Allerdings sind die nötigen Stellen bisher nur im einstelligen Prozentbereich auch schon mit Menschen besetzt. Bliebe das so, würde fast die komplette Ernte verkommen, so die Befürchtung.

Bundes- und Landesregierung suchen nach Auswegen aus der Misere für die Landwirte

Hoffnungen macht aus Sicht der Landwirte und Händler in der Region allerdings der Beschluss von Bundesinnenminister Seehofer und Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner vom Donnerstag (02.04.2020). Sie wollen unter strengen Auflagen einen Weg finden, trotz der geltenden Reisebestimmungen doch noch zehntausende Saisonarbeitskräfte von Polen, Rumänien und anderen europäischen Staaten für die Ernte nach Deutschland zu holen. Wie das allerdings ablaufen soll, dazu gibt es bisher noch keine genaueren Details.

In Baden-Württemberg wollen außerdem Innen- und Agrarministerium zusätzliche Anreize für geflüchtete Menschen schaffen, wenn sie sich während nach ihrer Ankunft in Deutschland bei der Feldarbeit miteinbringen.

(fw)

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