© TV Südbaden

Neue Vorwürfe gegen Betreiber des AKW Fessenheim

Die Sicherheitsvorkehrungen im Atomkraftwerk Fessenheim sind extrem mangelhaft. Fünf elsässische Umweltinitiativen haben schwere Vorwürfe gegen die Betreiberfirma EDF erhoben, berichten mehrere Medien. Bei dem Zwischenfall Ende Februar sind über 100 Kubikmeter Wasser in den Maschinenraum geströmt, der Alarm wurde zu spät ausgelöst, das Gebäude nicht evakuiert und der Reaktor wurde zu früh wieder eingeschaltet, schrieben die Initiativen.

Stellungnahme Landtagsabgeordnete Bärbel Mielich: „Das ist eine tickende Zeitbombe“

„Mit wachsender Sorge verfolge ich die Berichte über immer neue Zwischenfälle im AKW Fessenheim und ein von Chaos und Schlamperei geprägtes Management der Ereignisse“, erklärt die Landtagsabgeordnete. „Rohrbrüche, die nur aus Zufall bemerkt werden, Schaltkästen, die Alarm auslösen, der jedoch ebenso wenig beachtet wird, wie ein interner Evakuierungsalarm, der irrtümlicherweise für einen Probealarm gehalten wird. Und das alles innerhalb weniger Tage“. Es sei unbegreiflich, dass die französische Atomaufsichtsbehörde das AKW Fessenheim immer noch nicht aus Sicherheitsgründen stillgelegt habe, so die Abgeordnete. „Dieses Atomkraftwerk ist eine tickende Zeitbombe, die jederzeit hochgehen kann. Es muss sofort stillgelegt werden“.
In einem Schreiben an Umweltminister Franz Untersteller habe sie diesen um weitere Informationen zu den Vorfällen vom 28. Februar und 5. März gebeten, berichtet Bärbl Mielich. „Die Zustände im Atomkraftwerk Fessenheim sind untragbar. Ich danke den Aktiven in den Initiativen auf beiden Seiten des Rheins für ihre Wachsamkeit und ihren unermüdlichen mutigen Einsatz. Ich werde sie wo immer möglich unterstützen“.
Die Entscheidung, das AKW Fessenheim still zu legen liege bei der französichen Regierung und den französischen Behörden. Die Einflussmöglichkeiten von Deutschland aus seien daher begrenzt. Die laufenden Proteste der Bevölkerung und die vielen Inititativen auf allen Ebenen hätten erste Wirkungen gezeigt, aber immer noch nicht zu der bereits überfälligen Stilllegung des unsicheren Atommeilers geführt, so die Abgeordnete. Um so wichtiger sei es, immer wieder die sofortige Stilllegung einzufordern und sich an den Demonstrationen und Protestveranstaltungen zu beteiligen.