Polizei, Bundespolizei, Bahnhof Offenburg, © Lukas Habura - dpa

Neue Details der Ermittler zur mutmaßlichen Terror-Drohung in Offenburg

Noch immer steht nicht fest, was an der Drohung tatsächlich dran war:

Nach der folgenschweren Terror-Drohung vom Wochenende gegen eine Disko in Offenburg haben die Ermittler am Montagnachmittag neue Details bekannt gegeben. Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich demnach um einen 22-jährigen Mann mit russischen Wurzeln.

Der junge Mann soll in einem Internetchat ein Attentat mit islamistischem Hintergrund in einem nicht näher genannten Club in der Ortenau angekündigt haben. Dabei war er auch in einem Video zu sehen.

Verdächtiger in Untersuchungshaft

Bei der eingeleiteten Großfahndung haben die Sicherheitskräfte ihn später vor Ort wiedererkannt und verhaftet. Dabei trug er weder Waffen, noch andere gefährliche Gegenstände bei sich. Noch ist unklar, was wirklich hinter seiner Drohung gesteckt hat. Er wurde noch am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt und hat dort den Vorwurf vehement bestritten, dass er möglicherweise einen Anschlag begehen wollte. Er kam im Anschluss trotzdem in Untersuchungshaft.

Bei der Polizei war er bereits wegen verschiedener, kleinkrimineller Straftaten aufgefallen - Hinweise auf einen Bezug zum islamistischen Terrorismus hatten die Behörden bei ihm bislang aber keine. In einer Mitteilung ist die Rede von psychischen Auffälligkeiten.

Bisher keine Kontakte zu Terrornetzwerken bekannt

Staatsanwaltschaft, Staatsschutz und Polizei ermitteln gegen den Verdächtigen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Nachdem die Kripo von dem brisanten Internetchat erfahren hatte, war am Samstagabend ein Großaufgebot an Einsatzkräften aus dem gesamten Bundesland nach Offenburg ausgerückt.

Aus Sicherheitsgründen hatten sie sich dazu entschieden, verschiedene Diskos in den frühen Morgenstunden vorsorglich zu räumen. Die Vorwürfe gegen einen zweiten Festgenommenen hatten sich hingegen nicht erhärten lassen, er kam am Sonntagmorgen wieder auf freien Fuß.