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Lörrach: Vorerst kein Flüchtlingswohnheim in Brombach

Die Stadt und das Landratsamt Lörrach müssen ihre Pläne für ein zweites Flüchtlingswohnheim im Stadtgebiet neu überdenken. Der Eigentümer des angepeilten Grundstücks im favorisierten Stadtteil Brombach hat sein Land nun überraschend verkauft. Der Verkäufer kommt selbst nicht aus dem Landkreis. An wen er das Areal verkauft hat, ist nicht bekannt. Nur, dass es sich weiterhin um Privatbesitz handeln soll.

 

Auf der Fläche sollte nach Ansicht der Stadt eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber entstehen. Sie sollte die frisch in Betrieb genommene Einrichtung in der Gretherstraße nahe der Innenstadt ergänzen. Dort wiederum werden weitere 100 Menschen bis zum jeweils möglichen Entscheid über ihre Asylanträge ein Zuhause finden. Anwohner in Brombach hatten aufgrund der für sie großen Kapazität der Unterkunft eine Petition gegen die Pläne der Verwaltung gestartet. Diese richtete sich aber ausdrücklich nicht gegen die Flüchtlinge selbst, so heißt es.

 

Stadt und Landkreis suchen nun nach Alternativen. Vor allem die Standorte, die bislang auf Platz Zwei und Drei gelandet waren, müssen nun noch einmal näher unter die Lupe der Experten genommen werden. Aus ihrer Sicht ist die Doppelstrategie unerlässlich, wenn Lörrach auf die steigende Zahl von ankommenden Flüchtlingen im Land vorbereitet sein möchte.

 

Viele  Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg fühlen sich von der Regierung in Stuttgart im Stich gelassen. Die Opposition im Landtag fordert eine Verschärfung des Asylbewerbergesetzes. Auch Innenminister Reinhold Gall (SPD) warb am Dienstag für einen neuen politischen Dialog, wie mit den zunehmenden Flüchtlingszahlen umgegangen werden soll.

 

Über die Situation im Landkreis Lörrach berichten wir heute Abend ausführlich in einem Beitrag, stündlich ab 18:00 Uhr bei Südbaden Aktuell.