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Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano kündigt Rückzug an

Mit einer persönlichen Botschaft hat sich das Stadtoberhaupt an die Bürger von Kehl gerichtet

Wenn die Bürger der Stadt Kehl in der Ortenau im Frühjahr 2022 ein neues Stadtoberhaupt wählen, wird Amtsinhaber Toni Vetrano (CDU) nicht mehr kandidieren. Das hat der 57-Jährige nach langer und intensiver Abwägung am Mittwochabend (21.04.2021) am Rande der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats angekündigt.

Die Entscheidung habe er sich nicht einfach gemacht, sagt Vetrano im baden.fm-Interview. Auf die Frage nach dem Warum könne er nicht technokratisch mit zwei Sätzen antworten. Für ihn stellt der Schritt eine Entscheidung für einen zukünftigen Lebensentwurf dar.

Toni Vetrano (Oberbürgermeister Stadt Kehl): "Ich habe nach einer persönlichen Abwägung beschlossen, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren."

Eine Erkrankung mit nachfolgender Operation samt Rehabesuch im Mai 2020 hat dazu geführt, dass er inzwischen einen etwas anderen Blick auf das Leben wirft. Aber auch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen hätten einen weiteren Teil zur Entscheidung beigetragen. Er habe die Idee im Laufe eines längeren Prozesses entwickelt und sich dabei eng mit seiner Familie abgestimmt:

Wenn man ein Wahlamt hat, muss man sich und darf man sich immer damit auseinandersertzen, ob man wieder antritt. Und ich habe [...] beschlossen, nicht zu einer weiteren Amtszeit zu kandidieren.

An seinen möglichen Nachfolger oder seine möglichen Nachfolgerin möchte Vetrano dabei noch keine konkreten Wünsche richten. Dass er seine Entscheidung öffentlich gemacht hat, will er nämlich als Ankündigung verstanden wissen und nicht etwa als verfrühte Abschiedsrede. Zu seinem Berufsethos gehört es nach eigener Aussage, das verbleibende Jahr als Rathauschef mit vollem Elan für die anstehenden Projekte der Ortenauer Grenzstadt zu nutzen.

Das verbleibende Jahr hält für Vetrano einige Aufgaben im Amt bereit

Dazu zählt beispielsweise das im Gemeinderat beschlossene Stadtentwicklungskonzept für Kehl, das in den nächsten Monaten in weitere Bahnen gelenkt werden soll. Allein dieses Thema bietet für den Oberbürgermeister sehr viele Punkte, die es operativ zu bearbeiten gilt.

Auch die Fortschreibung des Flächennutzungsplans wird ihn so für eine längere Weile der restlichen Amtszeit beschäftigen. Dabei geht es nicht nur im die Stadtplanung im engeren Sinne, sondern auch um eine Sozialplanung, indem der soziale Wohnungsbau in der Stadt ausgeweitet werden soll.

Auf Vetranos weiterer Agenda wird außerdem noch eines der größten aktuellen Klimaschutzprojekte im Land Baden-Württemberg stehen. Auf Grundlage des kommunalen Klimaschutzkonzeptes möchte Kehl die Abwärme der badischen Stahlwerke ins benachbarte, französische Fernwärmenetz einspeisen.

Seine Amtszeit endet am 30. April 2022

All diese Aufgaben sieht der Oberbürgermeister dabei als ständigen Prozess, der auch nicht vor einer Wahl plötzlich aufhört. Nach der OB-Wahl komme auch bald die nächste Gemeinderatswahl und nach dieser die nächste Beigeordnetenwahl, beschreibt er den politischen Ablauf.

Der gebürtige Sizilianer Toni Vetrano wurde nach dem Rücktritt seines Vorgängers Günther Petry (SPD) zum Oberbürgermeister der Stadt Kehl gewählt. Sein Amt hatte der studierte Diplom-Sozialarbeiter und Betriebswirt im Mai 2014 angetreten. Zuvor hatte er schon zwischen 2001 und 2014 Erfahrungen als Bürgermeister in Durbach gesammelt.

(fw)