Bundestagswahl, Wahlschein, Stimmzettel, Wahlbrief, Briefwahl, Wahl, Stimmen, © Sven Hoppe - dpa (Symbolbild)

Freiburger Forscher entwickeln Abstimm-App zum Triell der Kanzlerkandidaten

Nutzer können damit live abstimmen, ob sie den Aussagen von Scholz, Laschet und Baerbock zustimmen oder sie eher ablehnen

Zum anstehenden Triell der Kanzlerkandidaten am Sonntag zwei Wochen vor der Bundestagswahl (12.09.2021) können die Zuschauer diesmal live die Aussagen der drei Spitzenpolitiker bewerten.

Politikwissenschaftler der Uni Freiburg haben dafür schon im Jahr 2016 eine spezielle App entwickelt und stellen sie für die öffentliche Debatte zwischen Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (GRÜNE) erneut zur Verfügung.

Zwei Knöpfe für einfache Handhabung - Daten sollen anonym bleiben

Eine Stunde vor dem Start des Triells schaltet das Forscherteam dann das so genannte "Debat-O-Meter" im Internet frei. Dort kann dann jeder Zuschauer mit seinem Smartphone, Tablet oder anderem Endgerät nutzen.

Ein kurzer Fragebogen checkt dabei vorab die bisherigen politischen Einstellungen, danach lassen sich die Aussagen der Kandidaten in Echtzeit bewerten. Weil es sich um hochsensible Daten handelt, sollen sie komplett anonym an die Wissenschaftler übermittelt werden.

In der App sind während des laufenden Gesprächs die Fotos der drei Kandidaten zu sehen und darunter jeweils ein Plus und ein Minuszeichen. Darüber können dann die Zuschauer einzelnen Aussagen während der Redebeiträge zustimmen oder sie ablehnen. Die Knöpfe können dabei jederzeit gedrückt werden und reagieren sekundengenau.

Abstimmungsergebnisse sollen für wissenschaftliche Zwecke aufbereitet werden

Die Bewertung soll dann unmittelbar nach der Sendung ausgewertet werden. Die Politologen versprechen sich davon genaue Erkenntnisse darüber, wer das Kanzler-Triell gewonnen hat und mit welchen Inhalten die einzelnen Kandidaten bei den möglichen Wählern punkten konnten.

Die stärksten und schwächsten Momente sowie eine umfassende Auswertung des Spitzengesprächs soll es dann am nächsten Morgen nach der Sendung zum Nachlesen und Herunterladen geben.

Das Debat-O-Meter kam bereits 18 Mal im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz. Allein bei der Bundestagswahl 2017 haben rund 40.000 NutzerInnen das Online-Tool während der Debatten genutzt, um den Wissenschaftlern einen Rückmeldung zu geben.

(fw)