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Freiburg kann ab sofort wieder mehr geflüchtete Menschen aufnehmen

Die vorhandene Landeserstaufnahmestelle wurde dafür erweitert und vorhandene Gebäude saniert

In Freiburg können ab sofort wieder mehr geflüchtete Menschen aufgenommen und registriert werden. Das Land hatte dafür noch vor Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine seine Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge erweitern lassen. Der erste Bauabschnitt wurde nun fertiggestellt und am Donnerstag (07.07.2022) feierlich an die Betreiber vomRegierungspräsidium Freiburg übergeben.

Neben vier Unterkunftsgebäuden ist bei der Erweiterung auch ein neuer Bereich für die Registrierung der Neuankömmlinge samt Röntgenabteilung entstanden, sowie ein Wirtschaftsgebäude mit Kantine und  Verwaltung. In einem weiteren Mehrzweckgebäude kommen in Zukunft die Bereiche der Flüchtlingsmedizin, der Sozial- und Verfahrensberatung, der Kinderbetreuung und der Kleiderkammer unter. Und auch eine neue Sporthalle gibt es dort.

Und auch hinter den Kulissen wurde viel erneuert: So soll eine Sanierung der technischen Anlagen der ehemaligen Polizeigebäude künftig zu einer Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent führen.

Trotz großer Hilfsbereitschaft bleibt die Unterbringung so vieler Menschen ein Kraftakt

Insgesamt kann die Landeserstaufnahmestelle in Freiburg damit voraussichtlich noch in diesem Jahr zwischen 750 und 1.250 Menschen gleichzeitig aufnehmen - je nachdem, wie eng die Belegung ausfällt. Aktuell leben am Donnerstag gerade 633 Menschen in den verschiedenen Gebäuden.

Möglich wird das allerdings nur, indem auf dem Gelände wieder Containerhäuser aufgestellt werden wie in der Flüchtlingswelle 2015. Denn momentan existieren in der LEA 450 reguläre Plätze, durch die Container konnten daraus 720 gemacht werden.

Für die Erweiterung der Kapazitäten hat das Land ingesamt rund 20,7 Millionen Euro in den LEA-Standort Freiburg investiert.

Siegfried Lorek (Staatssekretär Ministerium für Justiz und Migration): "Wir stellen uns auf hohe Flüchtlingszugänge ein"

Gerade durch den Krieg in der Ukraine steht auch das Land Baden-Württemberg aktuell vor großen Herausforderungen bei der Unterbringung geflüchteter Menschen, betont Staatssekretär Siegfried Lorek vom Ministerium für Justiz und Migration.

Seit Kriegsbeginn hat der Südwesten bereits rund 116.000 Menschen aus der Ukraine aufgenommen, das seien jetzt schon mehr Flüchtlinge als zum Höhepunkt der großen Flüchtlingswelle aus dem Jahr 2015.

Containerunterkünfte bleiben vorerst weiterhin notwendig

Die Einrichtung dient zur vorübergehenden Erstaufnahme neu ankommender geflüchteter Menschen. Dort erhalten sie nicht nur ein Dach über dem Kopf und eine Versorgung mit dem Notwendigsten, sondern können auch ihren kompletten Anmeldeprozess bei den Behörden durchführen. Von dort soll es für sie im Falle eines Asylverfahrens weiter in die Anschlussunterbringung in den einzelnen Städten und Gemeinden gehen.

Denn der zweite Bauabschnitt auf dem früheren Gelände der Polizeiakademie lässt sich noch nicht in die Tat umsetzen. Auf dem dafür vorgesehenen Teilareal steht momentan nämlich noch das Bildungszentrum der Oberfinanzdirektion Karlsruhe.

(fw)