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Feldberg: Zwei Verschüttete nach Lawinenunglück gestorben

Zwei schwere Lawinen in Folge haben im Hochschwarzwald nach starkem Neuschnee am Freitagnachmittag zwei Menschen unter sich begraben. Einem Großaufgebot der Bergwacht, darunter 100 Helfer und 50 Spürhunde, war es nach anderthalbstündiger Suche gelungen, die beiden Verschütteten unter den Schneemassen ausfindig zu machen und mit lebensgefährlichen Verletzungen zu bergen. Den ganzen Nachmittag lang über hatten sich neue Meldungen über ihren Gesundheitszustand widersprochen. Seit dem späten Abend ist es nun jedoch offiziell: Alle Hilfe kam zu spät, beide sind noch an der Unglücksstelle gestorben.

 

Über eine Stunde unter dem Schnee

Gegen 13:30 Uhr hatte sich eine erste Lawine am Nordhang des Feldbergs, oberhalb der Zastler Hütte gelöst. Hier hatten zwei junge Tourengänger keine Chance mehr auszuweichen. Der eine konnte sich selbstständig befreien, von seinem 20 Jahre alten Begleiter fehlte jedoch jede Spur. Mit Spürhunden und mehreren Suchtrupps konnten die Retter ihn am späten Nachmittag orten und ausgraben. Ein Notarzt hatte sofort begonnen, den jungen Mann zu reanimieren - vergeblich.

 

Weitere Verschüttete konnten sich selbst freigraben

Keine Stunde nach dem ersten Unglück hat sich auch am nahe gelegenen Herzogenhorn der Berg in Bewegung gesetzt und überraschte dort eine dreiköpfige Skiwandergruppe auf Höhe der Krunkelbachhütte. Auch hier konnten sich zwei der Verschütteten selbstständig wieder ans Tageslicht graben - eine 58-jährige Frau blieb jedoch unter der Lawine verschwunden. Das schwierige Gelände und die Dämmerung machte den Rettern die Suche schwer. Am Ende kontte aber auch die Frau von der Bergwacht lokalisiert und nach Berichten von Augenzeugen mit schwachen Lebenszeichen befreit werden. Doch auch sie hat den Abend nicht überlebt.

 

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Feldberg ist hohes Lawinen-Risikogebiet

Immer wieder hatten Bergwacht und DRK vor Lawinen im beliebten Skigebiet um die Feldbergregion gewarnt. Gerade die Nordseite ist durch ihre Lage und Beschaffenheit eines der größten Risikogebiete im gesamten Südwesten. Und tatsächlich kommt es hier in jeder Saison mehrfach zu Abgängen, größere Unglücke liegen jedoch schon Jahre zurück: 2013 kam zuletzt ein Skifahrer nach einer Lawine am Feldberg schwer verletzt, aber mit dem Leben davon. Gerade weil viele Wintersportler die Gefahr unterschätzen, haben die Retter auch regelmäßigen mit Freiwilligen den Ernstfall geprobt. Für das gesamte Feldberggebiet gilt wegen der anhaltenden Wetterlage weiterhin Lawinenwarnung.