Diebesgut, Schmuck, Wertgegenstände, © baden.fm

Einbrecherbande hat in Südbaden Diebesgut in Millionenhöhe erbeutet

Nach dem großen Ermittlungserfolg der Polizei geht es jetzt darum, dass die gestohlenen Gegenstände wieder zurück zu ihrem Besitzer kommen

Auf ihrer Beutetour durch Südbaden hat eine Einbrecherbande mehr als 15.000 Wertgegenstände mit einer Summe von über 1,1 Millionen Euro erbeutet. Über den Hinweis eines aufmerksamen Bürgers ist die Kriminalpolizei auf den Fall aufmerksam geworden und konnte so eine größere Serie von Straftaten aufklären.

Vermieter liefert den entscheidenden Hinweis

Über den Notruf hatte sich bei den Ermittlern der Vermieter einer Garagenanlage im Freiburger Stadtteil Lehen gemeldet. Weil nachts in der Garage einer seiner Kunden Licht brannte, wollte er es ausmachen. Dabei hat er große Mengen Diebesgut und auch Waffen entdeckt.

Beim Mieter handelt es sich um einen 30 Jahre alten Deutschen, der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wurden. Dort saß er ein Jahr lang ein, weil er nach Überzeugung des Gerichts gestohlene Fahrräder in Einzelteile zerlegt und diese gewinnbringend weiterverkauft hatte.

Kriminalpolizei stellt bei mutmaßlicher Einbrecherbande Diebesgut im Wert von 1,1 Millionen Euro sicher

Die Kripo in Freiburg hat den Mann überwacht und auch seine Telekommunikationsdaten abgehört. So kam der Verdacht auf, dass der verurteilte Straftäter während seiner Freigänge an den Einbruchsserien beteiligt gewesen sein könnte. Die Spur führte letztendlich zu einem Bekannten des Mannes. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem 29-jährigen Syrer um den Kopf der Bande handelt. Zusammen mit einem 19-jährigen Komplizen sollen sie seit August über 64 Straftaten begangen haben.

Die Verdächtigen haben dabei auf großem Fuß gelebt: Um unterzutauchen hatte sich der Hauptbeschuldigte etwa monatelang mit seiner Freundin in einem Freiburger Hotel eingemietet. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßlichen Einbrecher erhoben. Die beiden 29- und 30-Jährigen müssen im Falle einer Verurteilung mit Gefängnisstrafen von mindestens drei Jahren rechnen, glaubt die Kripo.

Komplette Bandbreite an allem möglichem Diebesgut

In der Garage haben die Ermittler mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss 12.000 Gegenstände sichergestellt, im Keller einer Wohnung kamen 3.000 weitere Beutestücke hinzu. Dabei handelt es sich vor allen Dingen um Schmuckstücke, Uhren oder Münzen. Aber auch ganze Tresore, Motorroller, teure Kameras, Spielekonsolen, Handy und Computer gehörten zum breit gefächerten Diebesgut.

Die Bande war mit ihren Einbrüchen nach aktuellen Erkenntnissen in Freiburg, Emmendingen, Breisach, Gundelfingen, Denzlingen, Waldkirch, Bad Krozingen und Müllheim aktiv. Sie haben sich meist mit Hilfe von Spezialwerkzeugen unbefugten Zutritt zu Wohnungen in Mehrfamilienhäusern verschafft und dort dann große Verwüstung hinterlassen. Der entstandene Sachschaden der Einbrüche lässt sich auf mindestens 70.000 Euro aufsummieren.

Einbruchsopfer sollen ihre Schmuckstücke identifizieren

Die erbeuteten Gegenstände sollen nun aus der Asservatenkammer der Freiburger Polizei zurück zu den rechtmäßigen Besitzern gelangen. Die können sich dafür bei der Kripo melden unter Tel. 0761/882-5257 und noch bis einschließlich Samstag (21.04.2018) einen Termin zur Besichtigung der Sachen ausmachen.

An vielen wertvollen Uhren sind beispielsweise Seriennummern angebracht, mit denen sich der Eigentümer leicht ausfindig machen kann. Sollten zwei oder mehr Leute auf den gleichen Wertgegenstand Anspruch erheben, wird er vorerst nicht herausgegeben.

(fw)