EHC Freiburg, Eishalle, Eisstadion, Nordkurve, Eishockey, Fans, © baden.fm (Archivbild)

EHC Freiburg kündigt Mietvertrag für die Echte-Helden-Arena

Als Grund nennt der Verein drastisch gestiegene Energiekosten, die nicht mehr zu stemmen sind

Der EHC Freiburg hat überraschend seinen Mietvertrag für die Echte-Helden-Arena gekündigt und begründet den Schritt mit explodierenden Energiekosten. Das bestätigt Vereinschef Werner Karlin gegenüber baden.fm. In der Stadt ist man ob des rigorosen Schritts irritiert, kennt das Problem aber gut.

EHC-Vorstand Werner Karlin zur Kündigung des Pachtvertrages für die Echte Helden Arena

Der erste Vorsitzende des EHC ging zuletzt von Mehrkosten für Gas, Strom und Wasser für die Eishalle von rund 100.000 Euro allein bis zum Saisonende aus. Auf die nächste finanzielle Unterstützung aus dem städtischen Haushalt könnten die Verantwortlichen aber erst ab dem Jahr 2023 hoffen. Dann wird der nächste Doppelhaushalt verabschiedet. Auf diesen Termin verwies die Stadt. Diese Zeitspanne sei mit den steigenden Energiekosten allerdings finanziell nicht zu überbrücken. Finanzbürgermeister Stefan Breiter, einst selbst aktiver Eishockeyspieler und -schiedsrichter, stellt klar: "Vorher wird es schwer, die Förderung zu erhöhen. Das geht ohnehin nicht, ohne einen entsprechenden gemeinderätlichen Beschluss."

Bis zum Sommer waren die Kosten wohl noch einigermaßen stabil

Gewarnt, den Pachtvertrag bei weiter steigenden Energiekosten kündigen zu müssen, hatte der EHC schon im Oktober, gibt Karlin an. Sollten sich nun nicht zusätzliche Gelder auftun, um die Lücke zu schließen, droht der Eishockey-Zweitligist wohl bald tatsächlich ohne Spielstätte dazustehen - ebenso der Wölfe-Nachwuchs, sowie der Breitensport wie etwa das beliebte Publikums-Eislaufen. Finaler Auszugstermin wäre dann für alle Ende Mai 2022. Aber soweit soll es nicht kommen, erklären beide Seiten. Stadt wie Verein sei an einer Fortführung des Freiburger Eissports gelegen - weit über die Eishockeyprofis des EHC Freiburg hinaus.

Von der plötzlichen Kündigung ziemlich überrascht zeigten sich auch die Vertreter des Freiburger Gemeinderats. FDP-Stadtrat Sascha Fiek schrieb auf Facebook, dass die Ratsmitglieder im Vorfeld nicht die geringste Ahnung hatten. Er kritisiert das Vorgehen:

Bei allem Respekt für die schwierige Lage wegen steigender Energiepreise und der Notwendigkeit für Unterstützung - das hätte anders kommuniziert werden müssen, anstatt einfach eine Kündigung auf den Tisch zu knallen.

Finanzbürgermeister Stefan Breiter zur Kündigung des EHC Freiburg aus dem Pachtvertrag für die Echte Helden Arena

Zusammen mit Freiburgs Sport- und Finanzbürgermeister Stefan Breiter und Vertretern des regionalen Energieversorgers Badenova soll der EHC-Vorstand nun nach möglichen Lösungen suchen, heißt es. Dazu müssten aber erst einmal die genauen Fakten zusammengetragen und aufgearbeitet werden.

Der EHC Freiburg und seine Anhänger drängen schon seit langem auf den Bau eines neuen Eisstadions. Der Freiburger Gemeinderat hatte bereits 2013 für einen Neubau gestimmt. Seither wird das Millionen-Projekt immer wieder aufgeschoben, was nicht nur den Anhängern des EHC sauer aufstößt. Gleichzeitig sagt Karlin, dass das aktuelle Finanz-Dilemma nichts mit dem Stadionneubau zu tun habe. Hier seien die Gespräche mit der Stadt nach wie vor sehr konstruktiv.

Fest steht: Der EHC ist der einzige Verein in Baden-Württemberg, der seine eigene Eishalle betreibt. Energieeffizient ist die Echte Helden Arena nicht. Das Stadion wurde in den 1960er Jahren gebaut, in den 1970ern überdacht und seither ständig saniert. Die Betriebserlaubnis läuft noch bis 2024.

(br/fw)