Freiburger Weihnachtsmarkt, Weihnachtsmarkt, Freiburg, Maskenpflicht, Coronaregeln, © baden.fm (Archivbild)

Der Freiburger Weihnachtsmarkt muss nun doch vorzeitig enden

Wegen der neuen Regeln aus der Corona-Alarmstufe II ist nach dem Mittwoch Schluss

Wegen der neuen Corona-Vorgaben vom Land kann der Freiburger Weihnachtsmarkt doch nicht mehr wie geplant bis zum 23. Dezember fortgesetzt werden.

Noch bis um 20:30 Uhr haben die Stände am Mittwochabend (24.11.2021) ein letztes Mal geöffnet, danach ist mit dem vorweihnachtlichen Treiben in der Freiburger Innenstadt trotz des ausgeklügelten Hygienekonzepts Schluss.

Das haben die Veranstalter von Freiburg Wirtschaft Tourismus und Messe GmbH am Mittag gemeinsam mit der Stadt und den betroffenen Budenbetreibern entschieden. Für den Mittwoch selbst greift noch eine Ausnahmegenehmigung, die vor allen mit der Kurzfristigkeit der neuen Vorgaben zu tun haben dürfte.

Neue Vorgaben: 2G-Plus und halbe Besucherkapazität

Grund für das Aus sind die verschärften Regeln aus der neuen Corona-Alarmstufe II, die die grün-schwarze Landesregierung am Dienstagabend verkündet hat. Diese sieht für Weihnachtsmärkte zum Einen so genanntes 2G-Plus vor.

Das bedeutet, dass auch geimpfte und genesene Menschen zusätzlich einen negativen Schnelltest vorlegen müssen. Das hätten grundsätzlich auch die vorhandenen mobilen Scouts mitkontrollieren können.

Denn wer auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt einen Glühwein trinken oder eine Wurst essen wollte, musste sich dort ohnehin mit einem 2G-Nachweis ein Verzehrbändchen abholen.

Doch das Hauptproblem für den Markt in Freiburg dürfte die zweite Neuerung aus der Corona-Verordnung gewesen sein. Diese sieht nämlich vor, dass die Besucherzahlen auf den Weihnachtsmärkten im Land  begrenzt werden müssen.

Und mit dem offenen Konzept ohne Umzäunung an verschiedenen Plätzen über die gesamte Freiburger Altstadt verteilt, wäre das aus Sicht der FWTM kaum möglich gewesen.

Rückblick: Mit Abstand, Maske und Hygieneregeln - der Freiburger Weihnachtsmarkt 2021 ist unter Pandemiebedingungen gestartet

Aus Sicht vieler Schausteller ist die Vorgabe aus Stuttgart eine herbe Enttäuschung - auch wenn viele gleichzeitig betonen, dass natürlich der Gesundheitsschutz von Besuchern, Verkäufern und Passanten an erster Stelle steht.

Die allermeisten von ihnen waren finanziell in Vorleistung gegangen, haben schon Waren für die komplette Dauer des Weihnachtsmarkt bestellt und mussten auch für den Betrieb der Buden aufkommen.

Als die FWTM sie am Mittag im Innenhof des Freiburger Rathauses über die Entscheidung informiert, ist da zwar grundsätzlich Verständnis für die angespannte Pandemie-Lage vorhanden. Positiv aufgenommen wurde vor allem auch die Ankündigung der Stadtverwaltung, dass die Standgebühren anteilmäßig erlassen werden sollen.

Außerdem sollen sich die Standbetreiber nach baden.fm-Informationen keine Sorgen darüber machen müssen, ob sie auch nächstes Jahr wieder den Zuschlag zum Weihnachtsmarkt erhalten werden oder nicht. Sie seien bereits für die Ausgabe 2022 fest vorgemerkt.

Rathaus kündigt Unterstützung für betroffene Händler an

Für die Kunsthandwerks-Anbieter sollen nun außerdem Ausweichmöglichkeiten im öffentlichen und privaten Raum gesucht werden, an denen sie stattdessen ihre Waren an die Kunden bringen können. Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn sagte zur Absage:

Die neue Landesverordnung verhindert die Weiterführung des Freiburger Weihnachtsmarktes in der Innenstadt. Für die Händlerinnen und Händler ist das ein herber Schlag und ich habe großen Respekt vor ihrem Engagement. Daher haben wir im direkten Gespräch betont, dass wir sie als Stadt weiterhin unterstützen.

Einige von ihnen kritisieren im Anschluss dennoch, dass bei der neuen Corona-Verordnung aus ihrer Sicht mit zweierlei Maß gemessen werde: So zählt beispielsweise der benachbarte Münstermarkt, auf dem ebenfalls Würste, Maronen und andere Spezialitäten angeboten werden, als Ort der Grundversorgung.

Das hat zur Folge, dass Besucher dort auch in der Alarmstufe II lediglich die Maskenpflicht und allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln zu beachten haben.

Viel Zulauf bei den Teststellen, wenig Betrieb auf dem Weihnachtsmarkt

Als die ersten Buden am Mittwoch ihren Betrieb aufgenommen haben, war dort tatsächlich deutlich weniger los als zur selben Uhrzeit an den letzten Tagen. Manche Gassen des Weihnachtsmarkts wirkten zur Mittagszeit wie leergefegt, vor allem weil die Laufkundschaft fehlte. Die Bereitschaft der Besucher, zusätzlich zu 2G auch noch einen Test vorzulegen, beschreiben die meisten Händler als sehr überschaubar.

Andererseits haben sich an den drei umliegenden Corona-Teststationen am Bermudadreick, am Friedrichsring und am Europaplatz lange Warteschlangen gebildet. Viele der dort Wartenden hatten aber nicht unbedingt den Weihnachtsmarkt als Ziel vor Augen, sondern brauchten Nachweise für die neuen 3G-Regelungen bei der Arbeit, im öffentlichen Nahverkehr oder teils auch zum Einkaufen.

Wer nun noch am letzten Abend des Weihnachtsmarkts etwas Essen oder Trinken möchte, für den gelten die 2G-Plus-Regeln. Den zusätzlichen Testnachweis müssen Geimpfte und Genesene dann bei den mobilen Scout-Teams auf dem Weihnachtsmarktgelände vorlegen.

(fw)

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Quelle: Corona-Lagebericht LGA Baden-Württemberg
aktualisiert: 26.11.2021

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