Berlin / Emmendingen: Tafelläden mit Flüchtslingswelle überfordert

Die Tafeln in Deutschland sind mit den aktuell rasant steigenden Zahlen von neu ankommenden Flüchtlingen größtenteils überfordert. Das behauptet jetzt zumindest der Bundesvorsitzende des Tafelverbands Jochen Brühl auf dem Jahresempfang der gemeinnützigen Helfer. Die Tafelläden unternehmen bereits, was sie können, stoßen dabei aber zunehmend an ihre Grenzen, so Brühl weiter. Oftmals tauchen die Flüchtlinge zuerst an den über 900 Lebensmittelausgaben für Bedürftige im Bundesgebiet auf, noch bevor sie von den Behörden erfasst wurden oder eine Unterkunft gefunden haben. Eine große Zahl sei durch Krieg und Verfolgung im Heimatland und teils menschenunwürdigen Bedingungen während der Flucht nach Europa sichtlich traumatisiert.

 

Allein im ersten Halbjahr 2014 ist die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent gestiegen. Wegen der andauernden Krisensituation in Syrien und Afghanistan gelangen besonders viele Flüchtlinge aus diesen Regionen nach Deutschland, dicht gefolgt von Serbien. Allein in Baden-Württemberg rechnen die Behörden für dieses Jahr mit bis zu 23.000 Neuankömmlingen. Als Reaktion sind unter anderem weitere offizielle Erstaufnahmestellen des Landes in Planung. Im Regierungsbezirk Karlsruhe hatte es aufgrund des Explodierenden Anstiegs in den vergangenen Wochen starke Probleme bei der Unterbringung und teils sogar der Versorgung der Menschen mit Nahrung gegeben. Im Großraum Freiburg sei die Lage zwar angespannt, nach Auskunft der umgebenden Landkreise aber bislang noch einigermaßen bewältigbar.

 

Bundesweit sind über 60.000 ehrenamtliche Helfer bei den Tafeln damit beschäftigt, für bedürftige Menschen einwandfreie Lebensmittel zu organisieren, die ansonsten als Überschuss im Müll landen würden. Neben einer wachsenden Zahl von Flüchtlingen, nehmen auch immer mehr Menschen aus der eigentlichen Mitte der Gesellschaft die Dienste der Tafel in Anspruch. Während früher vor allem Obdachlose und Langzeitarbeitslose in den Läden aufgetaucht waren, sind es heute auch häufig Senioren, Studenten oder alleinerziehende Elternteile, bei denen das Einkommen einfach nicht mehr ausreicht.

 

TV Südbaden berichtet am Beispiel der Emmendinger Tafel, wie sich die Situation hier in der Region darstellt und spricht mit den politischen Entscheidungsträgern über mögliche Lösungswege, um Flüchtlinge, aber auch das Ehrenamt zu unterstützen. Das Ergebnis sehen Sie ab 18:00 Uhr immer stündlich im Fernsehen oder online auf dieser Webseite.