Pferd, Auge, Tier, © Pixabay (Symbolbild)

Bei der Fasnet in Basel rutscht ein weiteres Pferd an der gleichen Stelle aus

Die Zünfte argumentieren mit ihrer langen Tradition, Tierschützer protestieren dagegen

Bei der laufenden Fasnacht in Basel hat es zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage einen Unfall mit einem Pferd gegeben. Besonders pikant: Das zweite Tier ist beim Cortége an der gleichen Stelle ins Rutschen gekommen, wegen der es bereits am Montag große Empörung gegeben hatte. Das berichten Tierschützer der schweizerischen Initiative "Für eine Fasnacht ohne Tierleid".

Demonstration am Mittwoch parallel zum Umzug der Narren

Auch diesmal sei es zusammen einigen Helfern mit großer gemeinsamer Mühe gelungen, das Tier wieder aufzurichten, berichtet die Tierschützerin Nancy Holten auf baden.fm-Anfrage. Bisher steht noch nicht fest, wie es dem Pferd geht. Die Situation vor Ort ist noch sehr unübersichtlich, da auch der Umzug weiter läuft. Augenzeugen-Videos sollen hier in Kürze bereits weitere Klarheit schaffen.

Tierschützerin Nancy Holten würde Pferde am liebsten komplett von der Fasnacht verbannen

Erst am Montag war ein Pferd auf einer glatten Metallplatte gestürzt, das ursprünglich vor eine traditionelle "Chaise"-Kutsche gespannt war. Betreuer und Besitzer konnten es erst mit vereinter Kraft nach 15 Minuten wieder aufrichten. Nach Medienberichten soll es dem Tier nach dem Zwischenfall vergleichsweise gut gehen - abgesehen von einer Schürfwunde.

Im Anschluss hatten Tierschützer für Mittwoch zu einer Demonstration im Park vor dem SBB-Bahnhof in Basel aufgerufen. Dort haben sie gefordert, Tiere von den Umzügen in Zukunft komplett fernzuhalten. Mehrere Dutzend Aktivisten waren dem Aufruf gefolgt. Zusätzlich sammeln sie auf der laufenden Fasnachtsveranstaltung Unterschriften für eine Petition.

Pferd, Demo, Basel, Fasnacht, Sturz, © Initiative "Für eine Fasnacht ohne Tierleid"Pferd, Demo, Basel, Fasnacht, Sturz, © Initiative "Für eine Fasnacht ohne Tierleid"Pferd, Demo, Basel, Fasnacht, Sturz, © Initiative "Für eine Fasnacht ohne Tierleid"

Chaisen bisher fester und beliebter Bestandteil der Fasnacht

Die so genannten Chaisen sind bereits seit Langem ein fester Bestandteil der fünften Jahreszeit in Basel und gehen auf eine lange Tradition zurück. Durch die Kritik der Tierschützer sehen die Organisatoren diese teils in Gefahr. Gleichzeitig haben sie bereits vor dem Fasnachts-Start viele Solidaritätsbekundungen von Zuschauern erhalten, hieß es Ende Februar noch auf der Onlineplattform Fasnacht.ch.

Nach dem Unfall vom Montag hatten die Veranstalter die Bau- und Verkehrsbehörden den Kantons eigentlich darum gebeten, die Stelle mit der Metallplatte besser abzusichern. Weil jetzt noch ein Tier dort zu Fall gekommen ist, lenken Ordner die anderen Kutschen vorsichtshalber um die Bodenplatte herum.

Die Verantwortlichen wehren sich außerdem gegen kursierende Gerüchte: "Behauptungen, das Pferd habe zu irgendeinem Zeitpunkt Beruhigungsmittel oder andere Medikamente erhalten, entbehren jeglicher Grundlage", heißt es beim Fasnachts-Komitee gegenüber der Basel-Landschaftlichen Zeitung.

(fw)

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