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Anklage gegen drei Erzieherinnen in Offenburg

Es geht um Freiheitsberaubung und Misshandlung von Schutzbefohlenen

Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat gegen drei ehemalige Erzieherinnen einer Offenburger Kindertagesstätte Anklage wegen Freiheitsberaubung und Misshandlung von Schutzbefohlenen erhoben.

Zwischen September 2017 und Juni 2019 sollen die Beschuldigten in mindestens 26 Fällen Kinder im Alter von ein und zwei Jahren der Freiheit beraubt oder diese misshandelt haben. Diese Fälle waren im Juni 2019 öffentlich bekannt geworden. Zur Tatzeit waren die Erzieherinnen zwischen 26 und 51 Jahre alt.

Die Angeklagten sollen mehrere Kleinkinder gewaltsam zum Essen gezwungen haben, indem sie ihnen unter anderem ausgespuckte Speisen erneut in den Mund geschoben bzw. den Kiefer der Kinder gewaltsam auseinandergedrückt haben sollen. Zwei der Angeklagten sollen außerdem mehrere Kinder über einen längeren Zeitraum in Reisebetten eingesperrt haben, die sie teilweise mit einer Matratze bedeckt hätten, um Befreiungsversuche der Kinder zu verhindern.    

Die Anklage lautet auf Freiheitsberaubung in insgesamt 17 Fällen und Misshandlung von Schutzbefohlenen in insgesamt neun Fällen. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. 

Der Verhandlungstermin am Amtsgericht Offenburg steht noch nicht fest.

(dk)