Neue Steuern am Euroairport?

Am Euroairport ist heute mal wieder mächtig was los. Und wenn wunderts. Es ist Hauptreisezeit. Flüge von Istanbul bis Malaga stehen da auf dem Abflugplan. Kurz: Das Geschäft brummt. Das weckt auch Begehrlichkeiten. Die Behörden in Frankreich konnten dieser Versuchung wohl nicht wiederstehen. Im Alleingang wollten diese, ab 1. Juli eigentlich eine neue Steuer erheben, auf den Schweizer Teil des Airports. Dort hat man erst vor weniger als einem Monat davon überhaupt erfahren. Dementsprechend fühlen sich die Partner in der Schweiz mächtig vor den Kopf gestoßen.

Claus Wepler

Auf französischen Flughäfen gibt es die Steuer bereits seit langem. Doch rechtlich gehört der Schweizer Teil des EuroAirports gar nicht zu Frankreich. Trotzdem sollen zukünftig bei jedem Flug 5 bis 40 Euro Extra fällig werden. Alles in allem etwa 14 Millionen Euro, die zunächst von den Fluggesellschaften getragen werden. Die Verantwortlichen beim EuroAirport sind deswegen äußerst besorgt.

Vivienne Gaskell

Pikant ist, dass sich die französisiche Seite zuvor nicht mit den übrigen Beteiligten abgestimmt hat. Lange tappte man dort im Dunkeln. Erfahren hat man davon am Ende aus einem Brief – adressiert an die Fluggesellschaften. Ein ungewöhnlicher Mangel an Weitsicht. Entsprechend giftig reagieren nun die Schweizer. Sollte die Steuer kommen, stellen sie die eigene Beteiligung an dem geplanten Flughafenbahnhof in Frage. Immerhin 10 Millionen Franken.

Claus Wepler

Und dass wo die Finanzierung des Bahnhofs schon jetzt auf wackeligen Beinen steht. Doch lieber würde man sich von Seiten der Schweizer freundschaftlich einigen. Zu erfolgreich ist der gemeinsame Flughafen, um ihn jetzt zu gefährden. Und tatsächlich haben die französischen Behörden im letzten Moment ein Einsehen. Auf der Sitzung des Verwaltungsrats, die erst am Abend zu Ende ging, hat man sich dann doch geeinigt. Gemeinsam mit der Schweiz wolle man nun die Einführung der Steuer nochmals prüfen, am 1. Juli aber kommt sie definitiv nicht. Ob sie überhaupt kommt ist jetzt wieder offen und wann sowieso. Spätestens heute Abend aber ist klar geworden, am Ende will keiner der Beteiligten leere Schalter riskieren.