GABA schließt die Produktionsstätte in Lörrach

Monatelange Verhandlungen und eine dreistündige Abschlussversammlung gehen zu Ende – sichtlich abgekämpft treten die Vertreter von IG Bergbau Chemie Energie und dem Betriebsrat vor die Presse. Eine Lösung für die 149 Beschäftigten in der Produktion ist gefunden – allerdings nur in Form eines Kompromisses, denn eine Rettung des Werks konnte der Betriebsrat den Mitarbeitern nicht verkünden:

Martin Grässlin – Betriebsratsvorsitzender

Und der Weg heißt Sozialplan: So bekommen die unter 57 Jährigen 2 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr – inklusive Zulagen. Wer älter als 57 ist, bekommt bis zur Rente noch 90 Prozent des Nettogehalts, auch wenn er bis dahin einen neuen Job gefunden hat.

Zudem sind Einmalzahlungen für Kinder und Angestellte mit Behinderung vorgesehen. Der Betriebsrat ist zufrieden mit dem seiner Meinung nach großzügigen Sozialplan – die Mitarbeiter reagieren trotzdem verhalten:

Ingo Walter – Vorsitzender der GABA Vertrauensleute

80 bis 90 Prozent der Belegschaft werden wohl der Transfergesellschaft a und b übergeben. Dort sollen sich gerade die ungelernten Kräfte weiterbilden können. Eine Frage stellten die Mitglieder bei ihrer Abschlussversammlung immer wieder: WIESO muss der Mutterkonzern Colgate den Standort Lörrach schließen?

Michael Merle – Betriebsrat GABA

Martin Grässlin – Betriebsratsvorsitzender

In diesen Kesseln hatte GABA Rekordzahlen produziert. 77 Millionen Tuben Zahnpasta wurden hergestellt. Auch in diesem Jahr sind es 76 Millionen – In nicht mal einem Jahr wird das Gelände komplett verlassen sein. Im August soll der Sozialplan für die Verwaltungsangestellten stehen. Nächste Woche erhalten alle Mitarbeiter ihre Kündigung.

Zum ersten Mal ist GABA in seiner Branche Marktführer

Das endgültige Aus von GABA ist aber nicht nur ein Rückschlag für die Mitarbeiter sondern auch für Handwerker, Kantinenmitarbeiter und Angestellte der Lebenshilfe. Sie waren zum größten Teil von der GABA Fabrik abhängig.